China als neues Heim der Junk-Mail-Versender
Spammer unbeeindruckt von Gesetzen

Die Gesetzgebung in den USA drängt die Spam-Versender nach China, um einer rechtlichen Verfolgung zu entgehen.

hiz. DÜSSELDORF. Eine Untersuchung des Anti-Spam Spezialisten Commtouch belegt, was viele Experten schon lange vermuten. Die meisten unerwünschten E-Mails werden in China auf die Reise geschickt. Allerdings sitzen die eigentlichen Verursacher nicht im Reich der Mitte, sondern nach wie vor in den USA. 60,5 Prozent aller Junk-Mails haben ihren Ursprung in den USA. Damit das amerikanische Gesetz, der US-Can-Spam-Act, nicht zuschlagen kann, verlegen die Versender ihre Aktivitäten jedoch nach China und lassen ihre Seiten von chinesischen Rechnern hosten. So führen 71 Prozent aller Internet-Adressen die in Spam-Mails gefunden werden, zu einem chinesischen Server. Weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz stehen die USA mit 22 Prozent. In der Top-10-Liste, die im Rahmen der Untersuchung zusammengestellt wurde, nimmt Deutschland den erfreulichen hinteren Platz 9 ein – zusammen mit Rumänien.

Die Ergebnisse bestätigen zudem die Befürchtung, dass die Anti-Spam-Gesetze der USA eine stumpfe Waffe sind, solange es nicht weltweit einheitliche Gesetze gibt und diese auch konsequent durchgesetzt werden. Selbst wenn China, wie von der Regierung angekündigt, restriktiver vorgeht, ist der Spam-Flut noch kein Ende bereitet. Es findet sich bestimmt ein Staat, dem das Problem der unerwünschten Mails im Internet nicht auf den Nägeln brennt und der dann zur neuen Heimat der Host-Rechner wird.

Neben den USA haben die Chinesen auch in der Kategorie der eigentlichen Spam-Versender schon den zweiten Platz erobert. Mit 6,2% liegen sie vor Süd Korea, das 4,9% der Absender beherbergt. Aber auch die Koreaner lassen ihre Seiten meist im Ausland hosten, denn nur 1,8% der Versandrechner stehen im eigenen Land.

Generell suchen Spam-Versender jede Gesetzeslücke, was unter Umständen den US-Gesetzgeber erneut auf den Plan ruft. Zunehmend konzentrieren sich die Versender nämlich auf Massenaussendungen, die gerade noch die Bedingungen des Gesetzgebers erfüllen und gezielt die Schwachstellen im Anti-Spam-Act ausnutzen. Immerhin 5% der gefunden Spam-Mails erfüllen bereits die Auflagen – aber ärgerlich sind sie trotzdem.

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