China besteht nicht mehr auf WAPI-Standard
Drahtlose Kehrtwendung in China

WAPI droht internationalen Anbietern den chinesischen Markt zu verschließen. Jetzt sind die strengen Vorschriften zu dem Standard für drahtloses Internet von der Regierung in Peking gelockert worden.

hiz DÜSSELDORF. Nach Meldungen des chinesischen Internetportals ChineTechNews hat die chinesische Regierung im Streit um einen eigenen Standard für den drahtlosen Internetzugang überraschend eingelenkt.

Bislang setzten die Chinesen auf WAPI. Hinter der Bezeichnung WAPI (Wireless Authentication and Privacy Infrastructure) verbirgt sich eine Verschlüsselungstechnik für den WLAN Betrieb. Im Gegensatz zu den Standards, die in Europa und Amerika eingesetzt werden, wurde die Technologie jedoch nie offengelegt. Internationale Anbieter befürchteten deshalb eine Ausgrenzung aus dem stark wachsenden chinesischen Markt. Bei einem Besuch des stellvertretenden chinesischen Regierungschefs Wu Yi in Washington erfolgt jetzt die Kehrtwendung: China wird die Einführung von WAPI auf "unbestimmte Zeit" verschieben. Somit ist der Termin 1. Juni, an dem alle in China verkauften WLAN-fähigen Produkte dem WAPI-Standard entsprechen sollten, geplatzt. Westliche Unternehmen und die USA haben das WAPI-Geheimnis vor allem als nicht akzeptable Beschränkung des freien Wettbewerbs kritisiert. China begründete die Maßnahme aber stets mit Sicherheitsargumenten. Nicht erstaunlich ist nun, dass US-Branchenvertreter über den chinesischen WAPI-Rückzug mit heller Begeisterung reagierten.

Pikanterweise hatte am Vortag Lenovo – ehemals Legend Computer, der größte Notebook-Produzent des Landes – sich voll hinter WAPI gestellt und angekündigt, ab Juni die ersten Produkte standardmäßig mit dieser Verschlüsselung auszuliefern. Die Übereinstimmung mit den WAPI-Vorschriften sei mit einer eigenen Technologie-Entwicklung erreicht worden, gab das Unternehmen weiter bekannt. Der protektionistische Vorsprung, den man im eignen Markt zu haben glaubte, ist mit dem Richtungswechsel der Regierung verschwunden.

Die Ankündigung der amerikanischen Regierung, den Export von Highend-Computern nach China zu erleichtern, deutet darauf hin, dass die Vereinbarung nicht getrennt voneinander betrachtet werden sollten.

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