Cloud Computing
Airbus setzt auf Stahl-Wolke von HP

Bei Airbus kommt das Cloud Computing jetzt in Stahlcontainern. Geliefert wird es vom angeschlagenen IT-Riesen Hewlett-Packard. Airbus verfügt damit über das größte industriell genutzte Rechenzentrum.

FrankfurtEs ist das, wovon die meisten IT-Manager träumen. Den sperrigen Begriff des Cloud Computings endlich einmal plakativ machen zu können. Dem derzeit angeschlagenen IT-Riesen Hewlett Packard (HP) ist das jetzt eindrucksvoll gelungen. Er hat das Beste der Informationstechnik aus der Wolke in einen einzigen Stahlcontainer gepackt und nun erstmals ausgeliefert: Abnehmer ist der Flugzeugbauer Airbus.

Cloud Computing ist der große Hoffnungsträger der IT-Industrie. Die Idee dahinter: Programme und Daten werden nicht mehr auf Computern vorgehalten, die auf dem Gelände des jeweiligen Unternehmens stehen. Die IT kommt stattdessen aus dem Internet, besser gesagt aus Rechenzentren bei externen Dienstleistern und wird über den Internet-Browser am Endgerät, ob nun ein Laptop oder das iPad, abgerufen.

Doch für viele Kunden ist die wolkige Zukunft sperrig und zugleich schwer greifbar. Sie wollen genau wissen, wo ihre Daten liegen, müssen das sogar, weil es der Gesetzgeber so vorschreibt. Bei der herkömmlichen Cloud ist der Standort der Daten aber nur schwer zu bestimmen. Das führt dazu, dass Cloud-Angebote bislang eher zögerlich angenommen werden.

Doch die Marketing erfahrenen IT-Manager haben sich eine pfiffige Lösung ausgedacht. Sie werben immer häufiger für die sogenannte private Cloud. Dabei kommen Daten und Programme aus Rechenzentren, die ausschließlich einem Unternehmen vorbehalten sind. Keine ganz so neue Erfindung, aber eine sichere Sache.

So eine "private Wolke" hat nun HP für Airbus gebaut - einmal für den Standort Hamburg und einmal für Toulouse in Frankreich. Das Modell ist genial, weil einfach. In den Containern ist ein komplettes Rechenzentrum vorkonfiguriert. Alles ist dabei, von den Servern über die Software bis hin zur Kühlung. Einmal abgeladen muss der Container nur noch an das Strom- und IT-Netz des Kunden angeschlossen sowie mit Wasser zur Kühlung versorgt werden. Schon ist alles startklar.

Die Leistungsdaten des "wolkigen" Containers für Airbus sind eindrucksvoll. Dort steckt soviel Rechenkapazität drin wie in einem Rechenzentrum mit 1000 Quadratmetern. Airbus hat seine Computer-Kapazität damit mal eben verdoppelt und besitzt nun das weltweit größte Superrechenzentrum, das derzeit industriell genutzt wird. Auf der Liste der weltweit schnellsten Computer ist der Flugzeug-Konzern damit auf den respektablen Platz 29 vorgerückt.

Gebraucht wird die gesamte Rechenpower vor allem für die hochkomplexe Neuentwicklung von Flugzeugen. Airbus arbeite dabei sehr viel mit Simulationen, die eine hohe Rechenkapazität erfordern, erklärte ein Sprecher auf Anfrage.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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