Cloud-Dienstleister
Teurer Umzug in die neue Cloud

Wenn ein Unternehmen den Cloud-Anbieter wechseln will, kann das zum teuren Mammutprojekt werden. Kleine und mittelständische Betriebe zögern deshalb oft – obwohl sie eigentlich Geld sparen könnten.
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KölnMichael Herfert und seine Kollegen haben einen digitalen Umzugshelfer programmiert. Omni-Cloud, entwickelt am Darmstädter Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie, soll kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) helfen, den oft komplexen Wechsel von Cloud-Computing-Dienstleistern zu bewältigen. Nebenbei soll die Anwendung für die IT aus der Wolke Werbung machen.

„Wir haben analysiert, warum KMU nur selten Cloud-Lösungen nutzen, obwohl sie dadurch Geld sparen könnten“, sagt Herfert. Neben Datenschutz- und Compliancegründen bemerkten die Wissenschaftler ein weiteres Hemmnis: Unternehmer haben Sorge, sich durch die Auslagerung ihrer Daten von einem Dienstleister abhängig zu machen. Zwar böten die meisten Cloud-Anbieter moderate Kündigungsfristen an, sagt Herfert. Der Aufwand eines Umzugs schrecke dennoch viele Nutzer ab.

Bedenken sind nicht unbegründet: Unternehmen lagern mit ihren Daten oder großen Teilen ihrer IT elementare Geschäftsbestandteile aus. Und das vertraglich fixiert oft über lange Zeit. „Wenn es nicht nur darum geht, kurzfristige Spitzenlasten abzudecken, legt man sich für mehrere Jahre fest, schon aus Kostengründen“, sagt Stefan Schröder, Entwicklungschef beim IT-Dienstleister Datev und Arbeitskreisleiter Cloud-Computing & Outsourcing beim Branchenverband Bitkom. Damit das Geschäft nicht leidet, dürfe der Anwender nicht den Eindruck gewinnen, in einem Vendor-Lock, also im Fesselgriff des Anbieters, gefangen zu sein, so Schröder.

Omni-Cloud soll helfen, kleineren Firmen ihre Bedenken zu nehmen. Dazu verschlüsselt das Programm die ausgelagerten Daten und anonymisiert sämtliche Dateinamen, so dass kein Unbefugter Rückschluss auf Inhalt oder Funktion ziehen kann. Zudem hilft es wechselwilligen Firmen - denn hier hakt es heute noch. Oft managten KMU die Umzüge ihrer extern gespeicherten Daten von einem zum anderen Dienstleister noch in Eigenregie, sagt Herfert. Es komme dabei vor, dass die gesamte Datenmenge heruntergeladen werden muss - nur, um dann wieder beim neuen Anbieter hochgeladen zu werden. „Selbst wenn das nur 500 Gigabyte sind, würde das bei einer DSL-Leitung mit 16.000 Kilobits in der Sekunde schon 26 Tage dauern“, hat Herfert errechnet. Zu schmale Bandbreiten sind das eine Thema. Bei großen Datenmengen verfügen manche Unternehmen aber auch gar nicht über genug eigenen Speicherplatz, der als Zwischenlager fungieren könnte.

Omni-Cloud ermöglicht es, den Schritt zu überspringen und stattdessen direkt die leistungsfähigeren Datenstränge der Cloud-Anbieter zu nutzen. Dazu setzt Omni-Cloud eine virtuelle Maschine ein, die in der Cloud ausgeführt wird. Sie kopiert Daten ohne Umwege verschlüsselt von Cloud zu Cloud.

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