Performance-Probleme verheimlicht?
Agenten fordern zum Test

Große Cloud-Anbieter wie Google setzen vor allem auf den Preis. Dafür gibt es allerdings auch keine individuelle Betreuung. Eine spezielle Software hilft nun, die Leistung der Anbieter von IT-Infrastruktur zu prüfen.
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KölnIm Wettbewerb um Unternehmenskunden setzen große Cloud-Anbieter wie Amazon und Google vor allem auf eines: den Preis. Individuelle Betreuung gibt es für Mieter von Rechen- und Speicherkapazitäten nicht - die Nutzer richten sich ihre Software selbst ein und akzeptieren per Mausklick die Vertragsbedingungen der Anbieter.

Besonders vertrauensvoll erscheint die Zusammenarbeit angesichts der Massenabfertigung nicht: Fast drei Viertel der IT-Entscheider befürchten gar, dass ihr Cloud-Anbieter Probleme verschweigt, die sich auf die Geschwindigkeit eigener Anwendungen auswirken können. Das ist das Ergebnis einer Studie der Marktforschung Research in Action, die der Softwareanbieter Compuware in Auftrag gegeben hat. Die Garantien, die Anbieter in ihren Service-Level-Agreements (SLA) geben, halten die Befragten mehrheitlich für unzureichend.

„Die meisten Anbieter geben simple Verfügbarkeitsgarantien“, sagt Analyst Thomas Mendel. „Daraus lässt sich aber nicht auf die Performance schließen, die gerade bei Anwendungen wie Onlineshops aber entscheidend ist.“

Das Unbehagen der Anwender hat noch einen weiteren Grund. „Beim Outsourcing hat man früher wochenlang über die SLAs verhandelt“, erklärt Christian Runte, Partner der Anwaltskanzlei CMS Hasche Sigle in München. „Jetzt können sich einige Anbieter erlauben, die Bedingungen einfach zu diktieren.“ Für IT-Manager sei das ein Paradigmenwechsel: Wollen sie die Leistungen von Google Co. in Anspruch nehmen, müssen sie deren Konditionen akzeptieren. Im Gegenzug seien die Verträge jederzeit kündbar. „Wenn die Qualität nicht stimmt, kann man sehr schnell zur Konkurrenz wechseln“, so Runte.

Um die Qualität zu prüfen, müssen die Unternehmen die aus der Cloud erhaltene Leistung messen. IT-Dienstleister wie CA Technologies, Dell und Compuware sehen das als wachsenden Markt für Software zur Geschwindigkeitsprüfung. "In eigenen Rechenzentren lässt sich die Leistung der Server direkt messen. In Public-Cloud-Umgebungen hat man auf die Infrastruktur aber keinen Zugriff und muss direkt bei den Applikationen ansetzen", sagt Compuware-Berater Daniel Kaar.

Die Lösung seien sogenannte Agenten, die angedockt an Standardsoftware in den Cloud-Umgebungen installiert werden - und fortan etwa Reaktionszeiten und den Kapazitätsverbrauch messen. Aus den Daten lasse sich nicht nur ableiten, wie es um die Leistung bestellt ist, bemerkt Kaar. Ziel der Kunden sei auch, Schwachstellen in der eigenen Software zu finden.

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