Perspektiven für Freelancer
Die Cloud als Chance für Freiberufler

Statt einen neuen Arbeitsplatz für die Umstellung auf Clouds zu schaffen, setzen viele Unternehmen verstärkt auf das Know-how von Freiberuflern. Online-Plattformen helfen nun bei der Suche nach Cloud-Experten.
  • 1

BerlinDer Fall ist typisch: Ein Unternehmen macht erste Schritte in Richtung Cloud und will das Kundenmanagement-System künftig nicht mehr im eigenen Rechenzentrum betreiben, sondern über das Internet beziehen. Doch unter den Mitarbeitern gibt es bislang niemanden, der sich mit der Materie auskennt.

Statt einen neuen Arbeitsplatz für Projekte wie diese zu schaffen, setzen viele Unternehmen verstärkt auf das Know-how von Freiberuflern. Jeder dritte Personalverantwortliche will künftig häufiger auf Freelancer zurückgreifen, ergab eine Umfrage des IT-Verbands Bitkom. Der Trend zum Cloud-Computing begünstigt diese Entwicklung: Das Outsourcing erfordert zwar zu Beginn ein großes Know-how. Ist die Umstellung dann abgeschlossen, sinkt der eigene Administrationsaufwand jedoch meist wieder deutlich.

„Für temporäre Projekte lohnt sich in der Regel keine Festanstellung. In einem solchen Fall ist es die beste Lösung, einen Freiberufler zu beschäftigen“, sagt Thomas Müller, Geschäftsführer des Projektvermittlers Solcom. IT-Spezialisten für eine Festanstellung zu finden, sei angesichts des Fachkräftemangels zudem sehr aufwendig und könne den gesamten Firmenablauf unnötig aufhalten. Externe punkten nach Einschätzung Müllers auch damit, dass sie nicht an Tarifverträge mit arbeitszeitlichen Beschränkungen gebunden sind. „Keine Branche kommt daher mehr ohne die freien IT-Spezialisten aus.“

Etwa 80.000 Freelancer tummeln sich laut Bitkom in der Branche - sie haben Cloud-Projekte längst als attraktives Geschäftsfeld ausgemacht: In einer Befragung von Solcom gaben 37,7 Prozent an, dass sie im Cloud-Computing große Marktchancen sehen. Das Themenfeld ist aus Sicht der Freiberufler damit noch wichtiger als IT-Security oder SAP-Beratung.

Als Querschnittsthema betrifft die Cloud höchst unterschiedliche Bereiche - webbasierte Software gehört genauso dazu wie Infrastrukturdienste oder bestimmte Hardware-Architekturen für das eigene Rechenzentrum. Wie Zahlen der Vermittlungsplattform Gulp zeigen, suchen Unternehmen mitunter aber auch recht unspezifisch nach Expertise in Sachen Cloud: Der Begriff tauchte im letzten Jahr in 2 174 der insgesamt 160.000 Suchanfragen auf.

Detaillierte Profile mit Referenzschreiben sollen bei der Onlineplattform Gulp den Unternehmen helfen, einen Eindruck vom tatsächlichen Können der Freiberufler zu bekommen. Ähnlich funktioniert es bei der Konkurrenzseite Twago. „Ob ein Freiberufler wirklich kann, was er verspricht, lässt sich in erster Linie anhand der eingereichten Arbeitsproben überprüfen“, sagt Geschäftsführer Hermann Hohenberger. „Außerdem können Unternehmen die Zusammenarbeit über die Internetseite bewerten. Am Ende wird dann für jeden Freelancer ein Punktestand errechnet, wie vertrauenswürdig und erfolgreich er ist.“

Kommentare zu " Perspektiven für Freelancer: Die Cloud als Chance für Freiberufler"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Schafe arbeiten emsig weiter an ihrer totalen Überwachung und Manipulation......
    Da bleibt mit die Luft weg ob so viel naivität...
    Noch nicht mal Schafe sind so "intelligent" sich ihren Schlächtern freiwillig zuzuspielen....

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%