Codex Sinaiticus
Älteste Bibel der Welt soll im Internet rekonstruiert werden

Mehrere auf der Welt verstreute Fragmente des so genannten Codex Sinaiticus, der ältesten Bibel der Welt aus der Zeit um 350 nach Christus, sollen digitalisiert und im Internet erstmals wieder zu einem Ganzen zusammengefügt werden, teilte die British Library am Donnerstag in London mit.

dpa LONDON. An dem Projekt sind vier Einrichtungen beteiligt, die Teile der Bibel besitzen: die British Library, die Universitätsbibliothek Leipzig, die russische Nationalbibliothek in St. Petersburg und das St. Katharinenkloster im ägyptischen Sinaigebirge. Außer der Internet-Rekonstruktion sind auch eine gedruckte Faksimileausgabe und eine DVD-Edition geplant.

In dem ägyptischen Kloster war die Bibelabschrift in griechischer Sprache jahrhundertelang aufbewahrt worden. 1 844 hatte der Leipziger Theologe Konstantin von Tischendorf den Codes Sinaiticus dort in einem Papierkorb entdeckt. Die Mönche erlaubten ihm, 43 von insgesamt 129 Pergamentblättern mit nach Leipzig zu nehmen. 1 859 kehrte Tischendorf mit Unterstützung des russischen Zaren noch einmal zurück und entdeckte weitere Fragmente. Er konnte die Mönche schließlich überreden, sie dem Zaren zu schenken. 1933 verkaufte die Sowjetunion einen Teil davon an das Britische Museum in London. Der Rest befindet sich bis heute im St. Katharinenkloster. Neben dem Codex Vaticanus gilt der Codex Sinaiticus heute als älteste Bibelabschrift der Welt.

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