IT + Internet
„com@home“-Schau: Das vernetzte Eigenheim

Strahlendes Licht tastet die Gestalt der jungen Frau ab, es piept laut. Blechern knarzt eine Computerstimme: „Sie wurden als Spezies Mensch identifiziert. Zugang gewährt.“ Scan bestanden.

dpa BERLIN. Strahlendes Licht tastet die Gestalt der jungen Frau ab, es piept laut. Blechern knarzt eine Computerstimme: „Sie wurden als Spezies Mensch identifiziert. Zugang gewährt.“ Scan bestanden. Futuristisch wie der Einstieg zu einer Raumfähre wirkt der Eingangsbereich der Ausstellung „com@home“ im Berliner Museum für Kommunikation.

Die Schau ist vom Freitag bis 8. Januar 2006 geöffnet. Die Präsentation will Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Wohn- und Kommunikationskultur zeigen - und so deren rasante Entwicklung dokumentieren. Dem filmtauglichen Personenscanner gegenüber hängt deshalb ein simples Klingelbrett, wie es heute millionenfach Hauseingänge ziert. Beide bilden den Anfang der Ausstellung, deren sieben Stationen einer fiktiven Wohnung nachempfunden sind.

In der Küche meldet der nagelneue Kühlschrank per Display „Die Tür ist offen“ und gibt nebenbei schnell ein paar Tipps für ein Erdbeerdessert - samt Serviervorschlag natürlich. So wird nach Ansicht der Ausstellungsmacher, Gabriele Spengler und Birgit Frenzel vom Kommunikations-Museum, die Zukunft des Wohnens aussehen. Geräte und Technologien für das zukünftige Wohnen gebe es schon, sagt Frank Bindel, bei der Telekom-Tochter T-Com zuständig für Produktinnovationen. „Neu ist die Integration aller Geräte und die Bedienung über eine einheitliche Benutzeroberfläche.“ Steuerelement des vernetzten Eigenheims: ein Personal Digital Assistant (PDA) genannter Minicomputer, so klein wie eine Zigarettenschachtel.

Neben dem Vorbild des Museums in der Leipziger Straße hat T-Com in den vergangen Monaten ein Einfamilienhaus gebaut. Dort will das Unternehmen die neue, vollelektronische Wohn-Art ein Jahr lang testen. Vom 7. April an sollen Testbewohner ausloten, wie gut die „Zukunft des Wohnens“ jetzt schon funktioniert. Und ob der Kühlschrank wirklich automatisch prüft, ob noch Milch da ist. Dafür wurden aus 17 000 Bewerbern 200 Testbewohner ausgewählt. Deren multimediales Heim auf Zeit dürfen die Ausstellungsbesucher zwar nicht besuchen. Die Funktionen des T-Com-Hauses wurden aber - siehe Kühlschrank - zum Großteil in die Ausstellung integriert. Und dort können Kühlschrank, Fernseher und Musikanlage auch per Minicomputer gesteuert werden.

Zu sehen sind in der Schau aber auch die Anfänge des Computers. Der erste Laptop der Welt war 10,5 Kilogramm schwer und sah eher einer Nähmaschine ähnlich. Auch ein anderes Exponat der Ausstellung ist geradezu ein alter Schuh: 1980 baute ein Amerikaner in seine Turnschuhe ein Telefon ein - er wollte mobil erreichbar sein. Der Fortschritt hat seinen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde für das kleinste Telefon längst gelöscht - irgendwo im Museum bimmelt da schon wieder ein Handy.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%