Computer als Klimakiller?
IT-Branche im Stromsparwettlauf

Ob Autosalon, EU-Gipfel oder die Computermesse Cebit - keine Wirtschaftsbranche und kein Großereignis können sich mehr dem Kampf gegen den Klimawandel entziehen. Pünktlich zur Cebit in Hannover kündigte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel an, ein Öko-Label für Computer zu prüfen.

dpa HANNOVER. Verbraucher- und Umweltschützer sagen dazu auch noch der Standby-Funktion den Kampf an, mit der diverse Geräte Schätzungen zufolge allein in Deutschland im Leerlauf noch 17 Mrd. Kilowattstunden Strom verschleudern. "Computer, Drucker, Netzgeräte, Router und Telefone verbrauchen etwa sechs Prozent des Stroms in Deutschland, Tendenz stark steigend", sagte Gabriel "Welt Online". "Hier lässt sich viel Energie sparen." Die Idee sind EU-weite Standards, die sich an den sparsamen Geräten auf dem Markt orientieren. Der Minister will sie bis spätestens 2008 für einzelne Produktgruppen ausarbeiten lassen.

Das Problem sind allerdings nicht nur die Geräte selbst, sondern auch das veränderte Verhalten ihrer Nutzer. Man ist heute eben viel mehr und länger online und lässt den Rechner häufig auch einfach laufen, wenn man ihn nicht nutzt. Die Deutsche Energie-Agentur dena rechnete aus, dass dies bei einem Ruhezustand-Verbrauch von 20 Watt ("soviel wie sieben Energiesparlampen") etwa 24 Euro im Jahr kostet. Ein DSL-Router, der meist nie abgeschaltet wird, kommt demnach auf zwölf Watt und knapp 15 Euro pro Jahr. Die Lösung sei ein effizienteres "Power Management" - Maßnahmen, bei denen nicht genutzte Komponenten automatisch abgeschaltet werden.

Die sind auch bitter nötig, denn weniger werden wir den Computer bestimmt nicht nutzen. Ganz im Gegenteil, allein schon die Vision vom vernetzten Haus, die immer mehr Wirklichkeit wird, sieht sogar eher vor, dass einzelne Geräte ständig miteinander in Kontakt bleiben. Und der Trend immer und überall online zu sein, der von der Industrie gerade in diesem Jahr propagiert wird, hat auch seine Kehrseite beim Energieverbrauch.

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