Computer
Apple vor möglichen Gewinnkorrekturen

Apple Computer hat zusätzliche Beweise für „Unregelmäßigkeiten“ bei der Vergabe von Aktienoptionen festgestellt. Deshalb sei es wahrscheinlich, dass frühere Geschäftsergebnisse rückwirkend geändert werden müssten, erklärte die Gesellschaft am Donnerstag nach Börsenschluss.

dpa CUPERTINO. Apple Computer hat zusätzliche Beweise für „Unregelmäßigkeiten“ bei der Vergabe von Aktienoptionen festgestellt. Deshalb sei es wahrscheinlich, dass frühere Geschäftsergebnisse rückwirkend geändert werden müssten, erklärte die Gesellschaft am Donnerstag nach Börsenschluss.

Die Apple-Aktien sackten nachbörslich stark um 6,6 Prozent auf 65,00 Dollar ab. Apple wird wegen seiner firmeninternen Untersuchung auch den Geschäftsbericht für den am ersten Juli beendeten Quartalsabschnitt verspätet der US-Wertpapier- und Börsenbehörde SEC übergeben. Es geht bei der Untersuchung um die Gewährung bestimmter Aktienoptionen, die zwischen 1997 und 2001 gemacht worden seien. Apple betonte, man könne sich deshalb nicht mehr auf die nach dem 29. September 2002 gemachten Finanzausweise sowie Gewinn- und Pressemitteilungen verlassen.

Apple konnte noch keine Angaben über die Höhe der möglichen Belastungen und deren Steuer- und Bilanzauswirkungen machen. Die Gesellschaft wolle die Probleme so rasch wie möglich lösen und die Geschäftsergebnisse nach Abschluss der Untersuchung einreichen, hieß es.

Apple, Hersteller der Mac-Rechner und des populären Musikplayers ipod, hatte zunächst Ende Juni von Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe bestimmter Aktienoptionen zwischen 1997 bis 2001 berichtet. Eine davon war an Konzernchef Steve Jobs gegangen. Sie sei jedoch anschließend gestrichen worden und habe dem Firmenchef keinen finanziellen Gewinn gebracht.

Es laufen momentan behördliche Untersuchungen bei dutzenden von US-Firmen über das Timing von Aktienoptionen für Führungskräfte. Eine Option gewährt dem Besitzer das Recht, die Aktien zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Es handelt sich üblicherweise um den Kurs am Tag der Optionsgewährung. Steigen die Kurse eines Unternehmens anschließend, kann der Optionbesitzer sie versilbern und die Differenz zu dem niedrigeren Ausgabekurs als Gewinn einstecken.

Die behördlichen Untersuchungen bei vielen amerikanischen Unternehmen richten sich gegen die verpönte Praxis des „Backdating“. Dabei wird der Optionspreis rückwirkend auf einen Zeitpunkt datiert, an dem der Aktienkurs besonders niedrig war. Damit steigen die Gewinne bei Wahrnehmung der Optionen, wenn der Aktienkurs anschließend anzieht. Apple gab nicht bekannt, ob es sich bei der eigenen Untersuchung um „Backdating“-Probleme handelt.

Apple hatte für das dritte Quartal Mitte Juli dank der ungebrochen starken Nachfrage nach dem ipod und besseren Mac-Verkäufen einen Gewinnsprung von 48 Prozent auf 472 Mill. Dollar gemeldet. Der Umsatz kletterte um 24 Prozent auf 4,37 Mrd. Dollar.

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