Computer
Computerbranche hofft nach Dell-Rückrufaktion auf Einzelfall

Explodierende Computer und schmelzende Gehäuse durch schadhafte Akkus - dem Computerhersteller Dell waren allein in den USA seit vergangenem Dezember sechs Fälle zu Ohren gekommen.

dpa HAMBURG. Die große Rückrufaktion von 4,1 Mill. Dell - Notebooks wegen schadhafter Sony-Akkus wird nach Einschätzung von Experten vermutlich kein Lauffeuer in der Branche auslösen. "Batterien überhitzen nur in wenigen Fällen", sagte Sony-Sprecher Takeshi Uehara dem "Wall Street Journal" vom Donnerstag.

Solche Unfälle seien vermutlich auch abhängig davon, wie der Computer die Batterien auflädt. Sony habe entsprechende Batterien selbst in seinen Vaio-Laptops genutzt und bislang keine Probleme verzeichnet.

Der chinesische PC-Hersteller Lenovo schließt ähnliche Probleme bei seinen Geräten ebenfalls aus. Lenovos Rechner nutzten unter anderem eine bestimmte Software, die den Computer bei unsicheren Konditionen ausschaltet, sagte Lenovo-Sprecher Bob Page dem "Seattle Post Intelligencer". Nach mindestens sechs Unfällen in diesem Jahr hatte der weltgrößte PC-Hersteller Dell am Dienstag 4,1 Mill. Notebooks wegen Überhitzungs- und Brandgefahr zurückgerufen. Die Aktion dürfte das Unternehmen nach Analystenschätzungen rund 400 Mill. Dollar kosten. Die Hälfte wird voraussichtlich Akku- Lieferant Sony übernehmen.

Auch Fujitsu-Siemens geht davon aus, dass seine Notebooks nicht betroffen sind. Alle Modelle der Lifebook- und Stylistic-Reihe, die außerhalb von Japan verkauft werden, nutzten Akkus anderen Typs, sagte Fujitsu-Siemens-Sprecher Lothar Lechtenberg. Alle weiteren Geräte würden derzeit untersucht. Fujitsu-Siemens hatte vor einem Jahr selbst Notebooks der Amilo-Reihe wegen eines Akku-Problems zurückrufen lassen.

Sony Energy hat allerdings auch ein Problem in der Herstellung der Lithium-Ionen-Batterien festgestellt, schreibt das "Wall Street Journal". Für eine fertige Batterie wird dabei Lithium-Ionen- Flüssigkeit in ein zylindrisches Metallgehäuse verpackt. Dabei können kleine Metallteilchen in die Zelle gelangen und bei größerer Wärmeentwicklung zu einem Kurzschluss führen. In den meisten Fällen würde sich die Batterie dann jedoch automatisch abschalten, hieß es.

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