Computer
Intel-Gewinn um 35 Prozent gefallen

Der weltgrößte Chiphersteller Intel hat im harten Konkurrenzkampf mit dem kleineren Erzrivalen AMD etwas an Boden gewonnen.

dpa SANTA CLARA. Der weltgrößte Chiphersteller Intel hat im harten Konkurrenzkampf mit dem kleineren Erzrivalen AMD etwas an Boden gewonnen. Im dritten Quartal gab es im Jahresvergleich zwar noch Einbrüche bei Umsatz und Gewinn, gegenüber dem Vorquartal fielen die Zahlen mit der Einführung neuer Prozessoren jedoch deutlich besser aus.

AMD nahm Marktführer Intel in diesem Jahr Kunden und Marktanteile ab und drängte ihn mit neuen erfolgreichen Chips in die Defensive. Die Rivalen liefern sich zudem einen Preiskampf. Die Quartalszahlen von AMD standen am Mittwoch nach Börsenschluss an.

Intel verdiente im dritten Quartal 1,3 Mrd. Dollar (1,0 Mrd Euro) oder 35 Prozent weniger als in der Vorjahreszeit. Der Umsatz schrumpfte um zwölf Prozent auf 8,7 Mrd. Dollar, wie das in Santa Clara (Kalifornien) ansässige Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss mitteilte.

Intel-Konzernchef Paul Otellini versucht, mit starken Stellenkürzungen, einer rigorosen Durchforstung des Unternehmens und mit einer Vielzahl neuer Produkte AMD paroli zu bieten. Im Juni startete Intel neue Xeon-Serverchips und im Juli den Core zwei Duo mit zwei Prozessorkernen, der nach Experteneinschätzung AMD technologisch voraus ist. Im kommenden Jahr kommen aber auch wieder neue Chips des Konkurrenten. Intel und AMD beherrschen praktisch den gesamten Prozessor-Markt. Intels Marktanteil dürfte auch nach den Einbußen in diesem Jahr bei 80 Prozent liegen.

Deutschlandchef Hannes Schwaderer sagte, Intel habe die eigenen Erwartungen bei Umsatz und Gewinn erfüllt. „Das Vergleichsjahr war ein Rekordjahr“, sagte er zu den starken Einbußen. „Und wir gehen davon aus, dass wir wieder Marktanteile dazugewonnen haben.“ Die Mehrheit der Produktion hat der weltgrößte Chiphersteller inzwischen auf die kostengünstige 65-Nanometer-Fertigung umgestellt. Mit der Markteinführung der ersten Vier-Kerne-Prozessoren liege Intel noch vor dem eigenen Zeitplan. Der Core zwei Quatro ist für November angekündigt.

Das Wachstum im Markt für mobile Computer sei auch weiterhin ungebrochen - vor allem im gehobenen Segment, sagte Schwaderer. In Europa liege es sogar deutlich über 30 Prozent. Für Zukunftsmärkte des Chip-Riesen wie die Digitalisierung des Gesundheitswesens oder dem Automotive-Bereich stehe Deutschland in der Entwicklung an führender Stelle. In strategischer Partnerschaft mit BMW wolle Intel in Deutschland noch in diesem Jahrzehnt integrierte PC-Standard- Architekturen auf den Markt bringen. „Das ist ein Zukunftsmarkt, den wir aus Deutschland heraus antreiben.“

Nach drei Quartalen ist der starke Rückstand bei den Konzernzahlen zum Vorjahr noch unverkennbar. Der Umsatz fiel auf 25,7 Mrd. Dollar von 28,6 Mrd. bis Ende September 2005. Der Neunmonatsgewinn fiel auf nur noch 3,5 Mrd. Dollar von 6,2 Mrd. im Vorjahr. Im zweiten Quartal war Intels Gewinn um 57 Prozent auf 885 Mill. Dollar abgesackt und der Umsatz um 13 Prozent auf acht Mrd. Dollar. Der Intel-Aktienkurs stieg nachbörslich von 20,90 auf 21,13 Dollar.

Intel will 10 500 Stellen streichen und die Zahl seiner Mitarbeiter bis Mitte 2007 auf rund 92 000 Beschäftigte reduzieren. Bis Ende dieses Jahres soll der Personalstand bereits auf 95 000 gesenkt werden. Dies hatte Intel im September angekündigt. Das Unternehmen will die operativen Kosten 2007 um zwei Mrd. Dollar und 2008 um jährlich drei Mrd. Dollar drücken. Die eingeleiteten Maßnahmen hätten sich bei Einsparungen von rund 200 Mill. Dollar bereits jetzt ausgezahlt, sagte Schwaderer.

Intel geht für das Schlussquartal von einem Umsatz von 9,1 bis 9,6 Mrd. Dollar aus und von einer Bruttogewinnmarge von 50 Prozent. Für Forschung und Entwicklung sollen im Gesamtjahr 5,9 Mrd. Dollar und für Investitionen 5,7 bis 5,9 Mrd. Dollar aufgewendet werden.

Im dritten Quartal wies die Umsatzentwicklung starke regionale Unterschiede auf. In Nord- und Südamerika gaben die Erlöse um ein Prozent auf 1,9 Mrd. Dollar nach, in der Region Europa/Naher Osten/Afrika sogar um 20 Prozent auf 1,6 Mrd. Dollar und im asiatisch-pazifischen Raum (ohne Japan) um 16 Prozent auf 4,3 Mrd. Dollar. Der Intel-Umsatz in Japan stagnierte mit 923 Mill. Dollar.

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