Computer
Konsolen-Fans bei „Games Convention“ in der Warteschleife

Für Fans der großen Spielekonsolen bleibt die Küche auf Europas größter Computerspielemesse „Games Convention“ in diesem Jahr weitgehend kalt. Microsoft ist mit der Xbox 360 als einziger Hersteller seit neun Monaten mit einem Gerät der nächsten Generation auf dem Markt.

dpa LEIPZIG. Für Fans der großen Spielekonsolen bleibt die Küche auf Europas größter Computerspielemesse "Games Convention" in diesem Jahr weitgehend kalt. Microsoft ist mit der Xbox 360 als einziger Hersteller seit neun Monaten mit einem Gerät der nächsten Generation auf dem Markt.

Sonys Playstation drei und Nintendos Konsole Wii (gesprochen wie das englische wir: we) werden dagegen erst im November ihre heiß ersehnten Welt-Premiere feiern. Während Sony sich die offizielle Ankündigung der PS3 für die Tokio Games Show im September (22. bis 24.) aufhebt, gewährte Nintendo zumindest einem Teil der Fachbesucher auf dem Leipziger Messegelände einen ersten kleinen Blick hinter die Kulissen.

Die Wii soll mit einem neuen Steuerungskonzept ganz neue Spielerfahrungen ermöglichen. Nintendo hatte sich in den vergangenen Jahren beim erbitterten Kräftemessen der High-Tech-Kraftprotze seiner Konkurrenten auch mit dem Gamecube diskret zurückgehalten. Und Technik-Leistung steht auch bei der Wii, einem kleinen weißen Gerät in der Größe eines PC-Laufwerks, zunächst nicht im Vordergrund.

"Für Nicht-Spieler ist die größte Hemmschwelle die Spielsteuerung", sagt Nintendo-Deutschlandchef Bernd Fakesch. Und gespielt wird auf der Wii mit einer kleinen "Fernbedienung" ohne viele Knöpfe, die über Bewegungssensoren direkt in das Spiel auf dem Bildschirm eingreift. Mit Tastendruck und Armbewegung können sowohl Tennis- oder Golfschläger, Skateboard, Schwert oder Pistole gelenkt werden.

Sony und Nintendo setzen in der "Wartezeit" auf die nächste Generation vor allem auf ihre mobilen Konsolen PSP und Nintendo DS. Die DS habe Nintendo einen "bombastischen Erfolg" beschert, sagte ein Sprecher des Spieleproduzenten Electronic Arts. Mehr als eine Million Geräte setzte das Unternehmen allein in Deutschland ab. Dem Pionier im Markt für Mobilkonsolen (Gameboy) war es vor allem auch gelungen, mit Spielen wie "Nintendogs" neue Zielgruppen zu erschließen. So wird es die Nintendo DS künftig auch in zartrosa geben - "für die modebewusste Dame", wie Fakesch sagt.

Auf andere Spielkonzepte - und Frauen als neu entdeckte Zielgruppe zielt auch Sony - und setzt ebenfalls auf die Farbe Pink. Auf der "Games Convention" kündigte das Unternehmen die PSP in Kooperation mit der Rocksängerin Pink in der grellen Farbe an. Mit den herkömmlichen Computer- und Video-Spielen habe die Branche eine Grenze erreicht, sagte Uwe Bassendowski, Deutschland-Chef von Sony Computer Entertainment. "Eine Erweiterung des Marktes geht nur über neue Zielgruppen."

Neu gewonnene Käuferschichten und das erfolgreiche Geschäft mit mobilen Konsolen haben der Spielebranche ein zufrieden stellendes erstes Halbjahr 2006 ohne größere Einbrüche beschert. Normalerweise entwickeln sich die Softwareumsätze bei einem Generationswechsel im Videospielbereich sehr verhalten, so der Branchenverband BIU. Grund für die positive Entwicklung sei der Erfolg der neuen mobilen Konsolen von Nintendo und Sony, die zu einer "spürbaren Belebung des Softwareabsatzes" geführt hätten. Unter dem Strich hatte die Branche im ersten Halbjahr 2006 gerade einmal ein Plus von einem Prozent verzeichnet.

Der Sprecher von Electronic Arts, Martin Lorber, verweist als Erklärung allerdings auf die starke Entwicklung im Vorjahr. Damals hätten große Spiele-Premieren wie die des Online-Klassikers "World of Warcraft" den Markt stark angetrieben. Mit dem Marktstart der für November angekündigten neuen Konsolen von Sony und Nintendo erwarte die Branche im zweiten Halbjahr wieder ein "exorbitantes Wachstum".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%