Computer
Microsoft startet Vista-Auslieferung an Unternehmen

Microsoft hat nach zweijähriger Verspätung am Donnerstag mit der weltweiten Auslieferung seines neuen Betriebssystems Vista an Unternehmen begonnen. Vista, das zeitgleich mit dem neuen Bürosoftware-Paket Office 2007 auf den Markt kommt, löst nach mehr als fünf Jahren Windows XP ab.

dpa NEW YORK/TOKIO. Microsoft hat nach zweijähriger Verspätung am Donnerstag mit der weltweiten Auslieferung seines neuen Betriebssystems Vista an Unternehmen begonnen. Vista, das zeitgleich mit dem neuen Bürosoftware-Paket Office 2007 auf den Markt kommt, löst nach mehr als fünf Jahren Windows XP ab.

Auch hier zu Lande stehe die neue Software ab sofort zur Verfügung, teilte Microsoft Deutschland mit. Die ersten Ausgaben gehen allerdings an Kunden mit Volumenlizenzen, Verbraucher werden Vista erst Ende Januar kaufen können. An der New Yorker Börse hatte die Microsoft-Aktie im frühen Handel zunächst 0,27 Prozent auf 29,49 Dollar verloren.

„Wir haben sehr viel Zeit und Kosten in die Entwicklung (...) investiert und die Software gemeinsam mit Partnern intensiver geprüft als je zuvor“, sagte Microsoft-Manager Kevin Johnson. Weltweit hat das Unternehmen nach Johnsons Angaben mehr als fünf Mill. Beta- Versionen an freiwillige Tester ausgegeben. Wiederholt war die Entwicklungszeit von Vista verlängert worden, auch um weitere Sicherheitsfunktionen zu integrieren.

„Bereits jetzt ist das Interesse von Unternehmen an Windows Vista sehr hoch“, sagte Microsoft-Managerin Isabell Scheuber. Viele Kunden hätten bereits mit der konkreten Planung des Umstiegs begonnen.

Es bleibt abzuwarten, wie schnell sich Vista bei den Kunden durchsetzen wird. Nach Einschätzung von Analysten der Credit Suisse wird Vista eine längere Anlaufzeit benötigen als seinerzeit Windows XP. Die Experten erwarten, dass nur rund 29 Prozent aller Computernutzer innerhalb von zwei Jahren Vista installieren werden - 40 Prozent seien es im gleichen Zeitraum bei Windows XP gewesen, hieß es.

Die Marktforscher von IDC gehen wiederum von einer schnelleren Marktdurchdringung im Konsumentenmarkt aus. Die Analysten schätzen, dass 90 Prozent aller verkauften Computer im kommenden Jahr mit den Home-Editionen von Windows Vista ausgestattet sein werden, aber nur 35 Prozent der PCs in Unternehmen mit Vista Business oder Enterprise laufen werden. Vista soll insgesamt in sechs Versionen auf den Markt kommen.

Für den weltgrößten Softwarehersteller ist der Start von Vista und Office die wichtigste Produkteinführung seit Jahren. Beide Programme zusammen sind für mehr als die Hälfte des Unternehmensumsatzes verantwortlich. Mehr als fünf Jahre haben Tausende von Mitarbeitern bei Microsoft daran gearbeitet, die Entwicklung soll viele Mrd. Dollar gekostet haben. Vista ist eine komplette Neuentwicklung und wurde unter anderem mit neuen Sicherheits-Features und Suchfunktionen ausgestattet. Die neu gestaltete grafische Oberfläche soll die Nutzung vereinfachen.

Eigentlich sollte Vista bereits 2004 auf den Markt kommen, die Veröffentlichung wurde aber immer wieder verzögert. Zuletzt verschob das Unternehmen den Vista-Start für Konsumenten sogar auf Ende Januar. Nach Einschätzung der Marktforscher bei Gartner könnte der Verzicht auf das Weihnachtsgeschäft der PC-Branche in diesem Jahr ein Loch von rund vier Mrd. Dollar in die Microsoft-Kassen reißen.

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