Computer
Noch kein Angriff von Computer-Wurm

dpa BONN. Ein von Experten für diesen Freitag befürchteter Angriff des Computer-Wurms „Sober“ ist bislang ausgeblieben. „Bisher gibt es noch keine Aktivitäten, allerdings ist weiter Vorsicht geboten“, sagte Günther Ennen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) am Freitag in Bonn.

Experten empfehlen deshalb allen Nutzern, ihre Computer sowohl wegen des Wurms als auch einer Sicherheitslücke im Windows-Betriebssystem mit aktueller Software zu schützen.

Der Wurm werde derzeit von den gängigen Virenprogrammen zuverlässig erkannt, allerdings könnten auch neue Varianten auftreten, betonte der BSI-Sprecher. Wichtig sei es, das Virenprogramm regelmäßig zu aktualisieren und den Rechner auf Schadprogramme wie Viren oder Trojaner zu prüfen. Zudem sollten keine verdächtigen Dateianhänge aus E-Mails geöffnet werden.

Nach Ansicht des Karlsruher Virenexperten Christoph Fischer blieb der Angriff des Computer-Wurms vermutlich deshalb aus, weil „die versammelte digitale Polizei den Ort des Auftauchens umstellt“ habe. Für den Täter bedeute das ein zu hohes Risiko, identifiziert zu werden.

Das BSI machte zugleich die Computernutzer auf ein noch größeres Sicherheitsrisiko als den Computerwurm „Sober“ aufmerksam. Dabei handelt es sich um eine Sicherheitslücke im Betriebssystem Windows, die seit dem 27. Dezember bekannt ist. Die Gefahr war im so genannten Windows Media File (WMF) des Betriebssystems entdeckt worden. Nach Medienberichten hatte das Softwareunternehmen Microsoft die Lücke zunächst als wenig gefährlich eingestuft. Das BSI empfahl, dass jeder Nutzer ein von Microsoft bereitgestelltes Hilfsprogramm (Patch) auf dem Rechner installieren sollte. Die Schwachstelle werde mittlerweile stark zur Verbreitung von Schadsoftware verwendet. Schon der Besuch von Internetseiten mit schadhaften Bildern reiche aus, um den Computer mit so genannten Trojanischen Pferden zu infizieren.

„Die Schäden am PC sind abhängig vom Trojaner selbst“, erklärte Daniel Bachfeld, Redakteur beim Computermagazin c't: „Je nachdem wie einfallsreich der Programmierer war, kann der Trojaner Pins und Tans beim Onlinebanking ausspionieren, die Festplatte kaputtmachen oder den PC zum Absturz bringen.“ Computernutzer würden meist gar nicht merken, dass ihr Rechner infiziert ist.

Obwohl die Schwachstelle im Betriebssystem auch bei älteren Versionen enthalten sei, ist das Patch laut BSI nicht für „Windows 98 (SE)“ und „Windows ME“ erhältlich. Computernutzer, die damit arbeiten, sollten ihr Virenprogramm ständig aktualisieren und ihren PC auf Schadprogramme prüfen, empfahl Ennen. „Vollständigen Schutz gibt es nur durch ein Patch“, fügte er allerdings hinzu. Nutzer von „Windows 2000“ müssen sich das Hilfsprogramm auf der Microsoft- Webseite herunterladen; „Windows XP“ spielt das Patch automatisch ein.

Dem BSI sind bisher über 200 verschiedene, bösartige WMF-Grafik- Dateien bekannt, die über die Sicherheitslücke Schadprogramme verbreiten können. „Es kommen ständig neue hinzu“, sagte Ennen. Wie viele Computer bisher Schaden genommen haben, konnte er jedoch nicht sagen.

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