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„Sieben Zwerge“ gegen „Brainiacs“ - Lego-Roboter im Wettbewerb

Der Coach der „Sieben Zwerge“ gibt das Zeichen und sagt: „Los!“ Der zwölfjährige Dirk richtet den Lego-Transporter aus, dann rattert der Roboter gewordene Bausatz wie auf Kommando los. Lego? Sind das nicht die bunten Steine, aus denen man Häuser baut? Das war gestern.

dpa/lsw GENGENBACH/MAGDEBURG. Der Coach der „Sieben Zwerge“ gibt das Zeichen und sagt: „Los!“ Der zwölfjährige Dirk richtet den Lego-Transporter aus, dann rattert der Roboter gewordene Bausatz wie auf Kommando los. Lego? Sind das nicht die bunten Steine, aus denen man Häuser baut? Das war gestern.

Heute programmieren Halbwüchsige ihre Legos und gehen zu Roboter- Wettkämpfen. Die „Sieben Zwerge“ und ihr Coach Patrick Berger aus Gengenbach im Schwarzwald (Ortenaukreis) lassen ihren Robo noch die letzten Runden fahren - kurz vor dem diesjährigen Finale der Roboterwettkämpfe, der so genannten Lego League in Magdeburg an diesem Samstag (2. Dezember).

29 Teams aus Deutschland, der Schweiz, Ungarn, Österreich und Tschechien kämpfen dort um die Teilnahme am europäischen Lego-Pokal in Norwegen. Allein 22 Teams kommen aus Deutschland - davon fünf aus dem Musterländle Baden-Württemberg. Die Wettkämpfe sind mittlerweile Kult: Über 3 000 Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren haben dieses Jahr bundesweit an den Ausscheidungswettkämpfen teilgenommen.

Veranstalter ist der Verein „Hands on Technology“, ein Bündnis aus Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft. Oft sind es die Technik- oder Physiklehrer an den Schulen, die sich um die Teilnahme bewerben. Zwergen-Coach Patrick Berger betreut hingegen eine bunt zusammengewürfelte Gruppe, die einmal seine private Computerschule besucht haben. „Dieser Roboterwettkampf ist eine Supersache“, schwärmt Berger. „Spielerisch bringt man die Kinder dazu, sich für Technik zu begeistern.“

Noch vor drei Wochen haben die „Sieben Zwerge“ aus Gengenbach vom Einzug ins Finale nach Magdeburg nur geträumt. An einem Samstag waren sie schon um 5.30 Uhr in der Frühe mit einem Kleinbus aufgebrochen, um vom Schwarzwald ins 170 Kilometer entfernte Esslingen zum First- Lego-League-Regionalwettkampf zu fahren - als einer von 26 Wettbewerben, in denen 359 Teams selbst gebaute Spielzeug-Maschinen um die Wette fahren ließen. Dirk erinnert sich noch lebhaft an die schlaflose Nacht vor Esslingen. „Die viele Freizeit, die wir alle reingesteckt haben! Das darf doch nicht umsonst sein“, sagte sich der Realschüler.

Jede First-Lego-League - ob regional, bundesweit oder weltweit - spielt sich nach dem gleichen Muster ab: Team für Team tritt beim „Robot-Game“ gegeneinander an. Jeder Durchlauf dauert zweieinhalb Minuten. In dieser Zeit muss der Roboter auf einem weißen Spielfeld mit bunten Feldern Missionen erfüllen. Dafür gibt es Punkte. Dieses Jahr heißt das Motto „Nano-Quest“ (Nano-Expedition). Der Roboter soll molekulare Welten erforschen, in denen es um Mikrotechnik geht. Aber nur symbolisch gesehen.

Der Transporter schiebt zum Beispiel kleine blaue Plastik- Würfelchen in einen auf das Spielfeld eingezeichneten weißen Knochen und „pflanzt“ dort ein Medikament ein - „Schlaue Medizin“ nennt sich diese Einheit. So lernen die Kinder, was sich mit Nanotechnologie anfangen lässt. Regelmäßig haben die „Zwerge“ die Aufgaben geübt.

Ein noch so kleiner Fehler in der Software-Befehlskette des Lego- Programms Mindstorm sorgt dafür, das sich der rollende Legohaufen verirrt oder wie verrückt um seine eigene Achse dreht. Manchmal verstummen plötzlich die Motoren - dann ist die Batterie schuld.

In Esslingen konkurrierten die Gengenbacher „Zwerge“ mit sieben anderen Teams und ihren Robotern - vom „Robo AA“ des Aalener Schubart-Gymnasiums bis zu den „Brainiacs“ vom Ernst-Abbe-Gymnasium aus Oberkochen. Am Ende nehmen die Gengenbacher „Zwerge“ in Esslingen stolz einen Lego-Pokal in Empfang. Doch werden sie es in Magdeburg im Finale auch unter die Besten schaffen? „Das Schwierigste wird sein, dass das Ding geradeaus fährt“, meint Dirk.

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