Computer
Unterhaltungsindustrie vor „tief greifender Veränderung“

Der deutschen Unterhaltungsindustrie stehen einer aktuellen Untersuchung von Booz Allen Hamilton durch neue Vertriebswege für Film und TV über das Internet tief greifende Veränderungen bevor.

dpa MüNCHEN. Der deutschen Unterhaltungsindustrie stehen einer aktuellen Untersuchung von Booz Allen Hamilton durch neue Vertriebswege für Film und TV über das Internet tief greifende Veränderungen bevor.

Rund ein Drittel der deutschen Haushalte (12 Millionen) werde bereits im Jahr 2011 neue Bündelangebote (Triple Play) nutzen, so die Schätzung der Marktforscher. Am Dienstag hatte die Deutsche Telekom ein eigenes Bündel-Angebot für Telefon, Internet und Fernsehübertragung offiziell gestartet.

„Dem deutschen TV-Markt stehen massive Umwälzungen bevor, vergleichbar mit der Einführung des Privatfernsehens in den achtziger Jahren, sagte Adam Bird, Geschäftsführer von Booz Allen Hamilton. Die neuen technischen Möglichkeiten führten auch zu einem veränderten Nutzerverhalten und wirkten sich auf die Inhalte und ihre Übermittlung aus.

Für die Medien- und Unterhaltungsbranche werde sich dadurch ein beschleunigtes Wachstum ergeben, schätzt die Agentur Accenture. Durch neue Vertriebskanäle müssten Produzenten von Inhalten ihre Angebote über möglichst viele Wege vermarkten. „Wem das jetzt schnell und mit einem einheitlichen, überzeugenden Marktauftritt gelingt, der wird im Wettbewerb die Nase vorn haben“, sagte Accenture-Geschäftsführer Nikolaus Mohr. Attraktive Inhalte werden jedoch nicht mehr allein die heute populären Blockbuster und Sport-Sendungen sein, schätzt Bird. „Durch die neue technische Infrastruktur kommen Nischeninhalte von privaten und semiprofessionellen Anbietern dazu.“

Sowohl traditionelle Medienunternehmen wie Prosiebensat.1 als auch Internet-Unternehmen wie Google rüsteten sich derzeit für den Verteilungskampf. Auf der anderen Seite drängten Kabelbetreiber und Telekommunikationsanbieter aus ihren angestammten Märkten heraus. Den größten Erfolg versprechen die Marktforscher von Booz Allen Hamilton jenen Unternehmen, die den besten direkten Zugang zum Kunden besitzen. „Die bisherigen Anbieter wie Kabel- und Telekommunikationsunternehmen verteidigen daher ihre Endkundenbeziehungen mit allen Mitteln“, so das Institut.

Die entscheidenden Faktoren für den Markterfolg eines Triple-Play- Angebots seien attraktive Preise, einfache Handhabung und innovative Dienste. In den kommenden anderthalb Jahren könne von einem massiven Preisverfall ausgegangen werden, so Bird.

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