Computerspielemesse E3
Microsoft bringt iTunes-Klon auf die Xbox360

Die neue Xbox hat Microsoft nicht verkündet: Stattdessen erweitert der Konzern das Angebot rund um die derzeit meist verkaufte Spielekonsole der Welt. Es gibt jetzt einen iTunes-Klon und einen Web-Browser für das Gerät.
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Los AngelesMehr Angebote für die alte Hardware. Statt Milliardensummen in die Entwicklung einer neuen Spielekonsole zu stecken, erweitert Microsoft das Leistungsspektrum seiner aktuellen Hardware. Die rund sieben Jahre alte Spielekonsole Xbox360 bekommt einen Web-Browser, ein Medienprogramm, das es – endlich – einmal mit Apples iTunes aufnehmen können soll und mehr TV-Programme. Eine zusätzliche App wird Smartphones und Tablets zu Kontrollern für die Konsole verwandeln.

Microsoft positioniert seine betagte Spielekonsole immer stärker im Bereich Multimedia-Center. Auf der großen Presseveranstaltung in Los Angeles gab es keine neue Hardware und die vorgestellten Spiele waren durchgängig nur Aufgüsse bekannter Titel wie dem Autorenntitel Forza oder Tom Clancys Splinter Celll. Die Musik spielte im wahrsten Sinne des Wortes woanders.

„Xbox Music“ heißt der neue Medienservice, der später im Jahr mit zunächst rund 30000 Titeln starten wird und auf Konsole, Windows-Smartphones und PCs unter Windows verfügbar ein wird. Obwohl nicht ausdrücklich erwähnt, ist davon auszugehen, dass der glücklose Vorgänger Zune mit der Einführung von Xbox Music sterben wird. Dafür sprechen auch bislang nicht bestätigte Berichte, dass beim kommenden Windows Phone 8-Betriebssystem Zune bereits nicht mehr gesichtet worden ist und auch nicht mehr für Software-Upgrades benötigt werden wird.

Xbox Music wird auch populäre Streaming-Dienste wie last.fm oder iHeartRadio integrieren. Microsoft hatte erst jüngst bekannt gegeben, dass die Kunden des Online-Dienstes Xbox Live mittlerweile mehr Zeit damit verbringen Musik zu hören oder Videos zu sehen als Spiele zu spielen.

Ein weiterer bedeutender Schritt hin zur Multimedia-Zentrale ist die Einführung des Web-Browsers Microsoft Internet-Explorer auf der Spielekonsole. Über Jahre hinweg weigerte sich Microsoft diesen Schritt zu gehen, was weithin als Versuch der Inhaltskontrolle gewertet wurde. Über einen Web-Browser ist es möglich, Inhalte an Microsofts Onlinedienst Xbox Live vorbei auf den TV-Bildschirm zu holen, etwa populäre Video- oder Musikseiten.

Bei der Vorstellung des Web-Browser betonte US-Manager Don Mattrick jedoch, es sei nur ein Problem der Steuerung gewesen. Tatsächlich sind Web-Browser über einen Spielekontroller kaum zu bedienen und Maus und Tastatur auf dem Sofa nur nervig. Bisherige Web-Browser auf Konsolen wie Nintendo Wii oder Sonys Playstation 3 sind nur umständlich bedienbar.

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