Computerwurm missbraucht Absenderadresse
„Sober“ bringt Bundesagentur für Arbeit in Verruf

Seit voriger Woche versendet „Sober.G“ so genannte Spam-Mails mit rechtsradikalen Inhalten. Davon ist nun auch die Bundesagentur für Arbeit (BA) indirekt betroffen.

HB NÜRNBERG/BONN. „Sober“ habe unter der Adresse der Bundesbehörde Mails mit rechtsradikalen Inhalten versandt, teilte die BA am Donnerstag mit. BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise hat sich inzwischen von den Mails distanziert. Die E-Mails stammten nicht von BA-Mitarbeitern, sondern seien von schlecht geschützten Firmen-, Behörden- oder Uni-Rechnern unter Verwendung der dort gespeicherten BA-Adressen versandt worden.

Der Schädling „Sober.G“ versendet Mails mit rechtsradikalen und ausländerfeindlichen Inhalten an alle E-Mail-Adressen, die er auf dem befallenen Computer vorfindet, teilte das BSI am Dienstag in Bonn mit. „Auch viele Behörden gehörten zu den missbrauchten Adressaten und wurden unwillentlich zu Spam-Verteilern“, sagte BSI-Sprecher Michael Dickopf nach Agenturmeldungen.

Auch der Caritasverband hat sich inzwischen deutlich von dem „üblen Gemisch ausländerfeindlicher Spam-Mails“ distanziert. Als „infam“ bezeichnete der Verein die Technik, mit der unfreiwillig Internetnutzer zu Postboten gemacht würden, deren Rechner mit diesem Virus infiziert sind. Vergangene Woche berichtetet „Spiegel online“, dass selbst „Der Spiegel“ und das „Manager Magazin“ als Absender missbraucht worden seien.

"Sober.G" ist seit vergangenem Oktober im weltweiten Datennetz unterwegs. Noch immer gibt es zahlreiche Computer, die unbemerkt von ihren Besitzern mit dem Schädling infiziert sind. Seit Donnerstag lädt der Wurm selbsttägig Zusatzprogramme nach, mit deren Hilfe er über die „gekaperten“ Rechner die Spam-Welle losschickt, erklärte der Karlsruher Virenexperte Christoph Fischer. Ursprünglich hatte das Antiviren-Unternehmen Symantec die Kombination von Sober-Wurm und Zusatzprogramm als Variante "Sober.H" gekennzeichnet. „Rein wissenschaftlich würde ich dem Ding aber keinen neuen Namen geben“, sagte Fischer.

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