Congstar
Telekom versucht es billig

Die Deutsche Telekom greift die oft preiswertere Konkurrenz mit einer eigenen Billigmarke an: Congstar. Doch lohnt sich das Angebot oder verdichtet die neue Marke nur den ohnehin schon kaum durchschaubaren Tarifdschungel? Handelsblatt.com hat verglichen – und kommt zu einem eher ernüchternden Ergebnis.

DÜSSELDORF. Der Verzicht auf das charakteristische „T“ im Markennamen ist Programm. „Wir haben darauf verzichtet, weil wir Zielgruppen erreichen wollen, die die Telekom so nicht anspricht“, sagte Geschäftsführer Alexander Lautz am Dienstag bei der Vorstellung der neuen Marke in Köln. Mit Billigangeboten soll Congstar dem zuletzt von massivem Kundenschwund im Festnetz gebeutelten deutschen Telefon-Marktführer neuen Schwung geben. „Mit Congstar nimmt die Deutsche Telekom den Kampf gegen die Anbieter im Discount-Segment des Telekommunikationsmarktes auf“, sagte Konzernchef-Rene Obermann.

Schon 2010 soll das Tochterunternehmen, das bislang nicht einmal 50 Mitarbeiter hat, rund 1 Mrd. Euro Umsatz machen. Dazu wird aus dem bisherigen reinen DSL-Anbieter Congster die Marke Congstar, über die sowohl Festnetztelefonie als auch DSL- und Mobilfunkpakete angeboten werden.

Versteckte Kosten bei den Festnetz-Angeboten

Alle Congstar-Angebote im Festnetz setzen einen Anschluss der Telekom voraus, der im Falle eines einfachen ISDN-Mehrgeräteanschluss mit immerhin 24,57 Euro monatlicher Grundgebühr zu Buche schlägt. Wer auf den ISDN-Komfort wie zwei Telefonleitungen allerdings verzichten kann, kommt mit der monatlichen Anschlussgebühr von 16,37 Euro für einen analogen Anschluss deutlich günstiger weg. Darauf aufbauend bietet die neue Telekom-Tochter verschiedene Internet-Pakete an. Für die 2 MBit schnelle Congstar DSL 2000 Flat zahlt der Kunde 14,99 Euro. Wer eine schnellere Internet-Flatrate mit 6 MBit oder sogar ADSL2+ mit 16 MBit Download-Bandbreite benötigt, zahlt dafür 17,98 bzw. 19,98 Euro.

Für weitere 7,99 Euro ist außerdem eine Telefon-Flatrate zu haben, die über Voice-over-IP-Telefonie realisiert wird. Auch in diesem Fall bleibt jedoch der größte Kostenfaktor – die Zwangskopplung an den Telekom-Anschluss – bestehen. Die Bereitstellung der Angebote kostet einmalig 49,99 Euro, ein Modem will die Telekom ab Oktober gegen eine Versandgebühr von 9,99 Euro liefern.

Mobiles Starterpaket für 19,90 Euro

Das Mobilfunkangebot von Congstar richtet sich inbesondere an junge Menschen, die viel telefonieren und Kurznachrichten versenden. Congstar bietet es ebenso wie die Festnetztarife der neuen Marke ohne Mindestvertragslaufzeit an. Der Vertrag kann jeweils zwei Wochen vor Monatsende gekündigt werden. Es fallen weder eine Grundgebühr noch ein Mindestumsatz an. Bisher werden keine mit dem Vertrag gekoppelten Handys angeboten, was sich voraussichtlich aber bis Ende August ändern wird.

Die Bereistellung des Mobilfunkpakets inklusive 50 Frei-SMS kostet 19,90 Euro. Für weitere SMS und jede Gesprächsminute in alle Netze verlangt Congstar rund um die Uhr 19 Cent. Abgerechnet wird allerdings im kundenunfreundlichen Minutentakt.

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