Consumer Electronics Show: Das bedrohte Mekka der Nerds

Consumer Electronics Show
Das bedrohte Mekka der Nerds

In Las Vegas hat die IT-Messe CES ihre Tore geöffnet. Trotz des erwarteten Massenansturms droht sie ihren Ruf als Mekka der Nerds zu verlieren – nicht zuletzt deshalb, weil ein prominenter Konzern seinen Abschied nimmt.
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Las VegasAn kaum einem Ort ist Las Vegas so sehr Las Vegas wie am „Venetian“. Vor den mächtigen Gebäuden und dem Campanile am Strip fahren singende Gondoliere Touristen über die künstlichen Kanäle. Drinnen, in einem Saal im ersten Stock, haben Konstrukteure eine komplette italienische Piazza nachgebaut, samt Fassaden, Straßenpflaster, Laternen, Cafés und Himmel. Alles an dem riesigen, luxuriösen Hotelcasino ist zu schön, um wahr zu sein.

Zwei Stockwerke über dem künstlichen Himmel steht Shawn DuBravac und sagt: „Wir werden hier eine Menge Innovationen sehen, die Schub verleihen.“ Der Mann mit dem gegelten Seitenscheitel muss das sagen. Schließlich ist er Chefökonom des Branchenverbandes Consumer Electronics Association (CEA), dem Ausrichter der CES, einer der weltgrößten Unterhaltungselektronikmessen, die an diesem Dienstag in Las Vegas startet. Doch auch DuBravacs Worte sind mehr Schein als Sein: Die Schau verliert zunehmend an Bedeutung, zumindest was die großen Ankündigungen, die großen neuen Produkte angeht.

Erst Mitte Dezember hatte Microsoft angekündigt, dass Firmenchef Steve Ballmer am Montagabend seine letzte Keynote auf der CES halten würde. Die Messe passe einfach nicht mehr in den Terminkalender für Produktankündigungen, so die Begründung. Andere IT-Weltkonzerne wie Apple, Google oder Amazon sind ebenfalls nicht dabei.

Immerhin gibt es noch ein paar klangvolle Namen, die ab heute bis Freitag um die Aufmerksamkeit der erwarteten bis zu 150.000 Besucher - ein Rekord - buhlen. LG Electronics etwa stellt einen Fernseher vor, dessen Rand gerade einmal einen Millimeter breit ist. Acer präsentiert seinen ersten Tablet-Computer mit einem leistungsstarken Vierkernprozessor. Lenovo zeigt den Tablet-Computer Idea Tab S2, der sich an eine Tastatur andocken lässt und so zu einer Art kleinem Laptop wird. Und HP präsentiert sein neues, schickes Ultrabook Envy Spectre.

Überhaupt, Ultrabooks. Sie sind einer der Trends der CES 2012 – schlanke, leichte und schnell startende Klapprechner, irgendwo angesiedelt zwischen Tablet und Notebook. Bis zu 40 neue Ultrabook-Modelle werden auf der Messe erwartet, von Dell und Samsung bis Lenovo. Den Anstoß dazu hatte Intel gegeben, und so wird der Chef des Chipkonzerns, Paul Otellini, am Dienstag die Vorzüge der neuen Rechner anpreisen. Ganz neu ist die Idee allerdings nicht: Mit dem ultraflachen MacBook Air hatte Apple auch diesem Segment bereits 2008 die Richtung vorgegeben.

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Das Auto als erweitertes Smartphone

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  • ??? Die Frage ist doch, warum Microsoft nicht mehr mitmachen möchte. Der Rest des Artikels ist doch schon bekannt. Warum wird hier noch ne langweilige Suppe lauwarm aufgewärmt???

  • bedrohtes mekka der nerds.

    als gäbe es keine clouds...

    und btw: nerd ist kein schimpfwort mehr.

    zu den modernen schimpfwörtern gehört: liberal, frei (wovon auch immer oder wozu auch immer), demokratisch und bewußt.

    bewußt: das ist einen ganz komplizierten wort.

  • Wunderbar, die ersten sieben Seiten des Artikels beschäftigen sich mit dem Venetian und gipfeln in einer Aussage wie sie ein Klatschreporter nicht besser formulieren könnte:
    "Alles an dem riesigen, luxuriösen Hotelcasino ist zu schön, um wahr zu sein".
    (Anmerkung: Nur wer noch nichts von der Welt gesehen hat, wird sich so naiv äußern.)
    Da hat sich Nils Rüdel aber ins Zeug gelegt. Laut Info des Handelsblattes "berichtet (er) als Korrespondent von Washington". Die Frage ist nun, was es von einem toten Präsidenten zu berichten gibt. Oder was ist gemeint?
    Im nächsten Absatz wird ein "gegelter Seitenscheitel" erwähnt. Na toll! Tja, damit ist Rüdel ganz auf dem Niveau, das er einem Verbandssprecher bescheinigt: "Mehr Schein als Sein".
    Und so geht es in dem Artikel weiter, der den Eindruck erweckt als ob er am PC recherchiert wurde. Zumindest gibt es keine Informationen - außer denen über das Hotel - die darauf hindeuten, daß Rüdel auch tatsächlich in Las Vegas ist. Aber was soll er da auch, er ist ja nur Korrespondent von Washington.

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