Crowdfunding
Das Web lässt Fans zu Produzenten werden

Aus Kleingeld können Filme, Musik und Forschungsprojekte werden. Crowdfunding heißt das Prinzip, nach dem Fans per Internet kreative und andere Projekte unterstützen können. Dabei erhalten sie auch eine Gegenleistung.
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Düsseldorf„Iron Sky“ ist ein Film, der bei klassischen Filmstudios wohl eher schlechte Chancen hätte: Der Film nimmt Verschwörungstheorien rund um Nazis und die Mondlandung auf die Schippe. In der schrägen Komödie retten sich Anhänger der Nazi-Ideologie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf den Mond. Die Komödie spielt im Jahre 2018, dem Jahr, in dem sich die Nazis entscheiden, die Erde vom Mond aus mit UFOs anzugreifen.

Obwohl kein großes Studio an dem Film beteiligt ist, hat das Projekt, an dem Filmemacher aus Finnland, Deutschland und Österreich gerade basteln, bereits etliche professionell wirkende Trailer im Internet veröffentlicht. Die Macher beziffern ihren Finanzbedarf mit 7,5 Millionen Euro. 6,3 Millionen davon hat sich das Projekt nach eigenen Angaben bereits gesichert – unter anderem auch durch die Filmförderung des Landes Hessen und die finnischen Film-Stiftung.

1,2 Millionen Euro wollen die Macher des Films in der Web-Community über sogenanntes Crowdfunding einsammeln. Für insgesamt 900.000 Euro können Fans via Internet Anteile kaufen, um darüber später am Einspielergebnis beteiligt zu werden. Schon mehr als die Hälfte der erhofften Summe hat das Projekt eigenen Angaben zufolge eingesammelt.

Doch nicht nur Filme buhlen im Netz um das Geld von Fans – auch viele Musiker haben inzwischen das Prinzip Crowdfunding für sich entdeckt. Normalerweise müssen die Fans dabei nicht befürchten, dass sie das Geld ohne Gegenleistung hergeben. Erst wenn die Finanzierung durch genügend Zusagen gesichert ist, wird das Geld eingezogen und die Produktion des entsprechenden Projekts beginnt. Auf der Website „Sell a Band“ können Musiker bei ihren Fans Geld für die Produktion einer neuen CD, einer Tour oder anderen Projekten Geld einsammeln.

Bands versprechen T-Shirt oder Anteile an Albenverkäufen

Was die Musiker ihren Fans im Gegenzug bieten, können diese ebenfalls entscheiden – von Fan-T-Shirts über Backstage-Tickets bis hin zu Anteilen am späteren Verkaufserfolg ist alles dabei. Solange noch nicht genügend Geld für ein Projekt eingesammelt wird, werden die Finanzen von einem Treuhänder verwaltet. In dieser Zeit kann jeder Unterstützer der Band seine Förderung auch wieder entziehen und das Geld zurück erhalten. Erst wenn die Summe komplett gesammelt wurde, gibt es kein Zurück mehr. Auch zahlreiche klassische Produzenten nutzen die Plattform, um Anteile an Alben zu kaufen. Zu den bekanntesten Künstlern gehört die US-Band Public Enemy. Die bekannte Hip-Hop-Formation sammelte bis zum Oktober vergangenen Jahres über 59.000 Dollar für die Produktion eines Albums ein.

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