Cyber-Kriminalität: Netzexperte Kaspersky fürchtet virtuelle Kriege

Cyber-Kriminalität
Netzexperte Kaspersky fürchtet virtuelle Kriege

Kriminalität im Netz verursacht jedes Jahr immense Schäden. Weltweit wohlgemerkt, und hier liegt das Kernproblem: Denn die Staaten kooperieren häufig nur mangelhaft - oder greifen selbst auf Hacker-Methoden zurück.
  • 2

MünchenDas Internet kann nach Einschätzung von Sicherheitsexperten zum Schlachtfeld des 21. Jahrhunderts werden. Daher müsse es eine stärkere Regulierung im Netz und ein gemeinsames Vorgehen der Staaten gegen sogenannte Cyberterroristen geben, zeigte sich die Münchner Sicherheitskonferenz am Sonntag einig

Der russische Computervirenspezialist und Unternehmer Jewgeni Kaspersky rief die Politiker auf, sich auf eine Ächtung der Cyberwaffen zu einigen. Kasperskys Konzern entwickelt kommerziell vertriebene Anti-Virus-Software für Privatanwender und Unternehmenskunden.

Die in der EU für das Internet zuständige Kommissarin Neelie Kroes wies darauf hin, dass die Digitalisierung die Welt grundlegend verändere und heute Wirtschaft und Demokratie beeinflusse. Internetkriminalität verursache weltweit jährlich Schäden in Höhe von einer Billion US-Dollar und damit mehr als der Drogenhandel. Daher plane die EU eine „Schnelle Eingreiftruppe“ für das Internet. Die Strategie der EU solle noch in diesem Jahr verabschiedet werden.

Der italienische Verteidigungsminister Giampaolo di Paola forderte eine starke Regulierung des Webs. „Wir sind verpflichtet, das Internet zu regulieren, damit es allen frei zur Verfügung steht“, sagte er. Allerdings sollte dies mit Augenmaß geschehen. Denn die Globalisierung hätte nicht stattgefunden ohne den Cyberspace. Auch habe das Internet Auswirkung auf demokratische Entwicklungen und Umbrüche wie in der arabischen Welt.

Für Kaspersky geht es darum, eine sichere Weiterentwicklung des Internets zu gewährleisten. Vor einer Generation habe es noch kein Internet gegeben, keine digitalen Technologien. Künftig werde die Welt aber ohne diese digitale Infrastruktur nicht mehr zu verstehen und zu beherrschen sein, sagte er. Genau deshalb sei es wichtig, auf Sicherheit im Netz zu achten. Denn eine virtuelle Kriegsführung - der sogenannte Cyberwar - könnte Schäden in unvorstellbarem Ausmaß anrichten.

Seite 1:

Netzexperte Kaspersky fürchtet virtuelle Kriege

Seite 2:

„Es gibt keine Anonymität im Internet“

Kommentare zu " Cyber-Kriminalität: Netzexperte Kaspersky fürchtet virtuelle Kriege"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Virtuelle Kriege und Co.... Das muss der Mann auch fürchten. Der verdient sein Geld mit Abwehr gegen diese ganzen realen und vermeintlichen "Bedrohungen".

    Das ist so ein bisschen so als wenn Lungenärzte Zigaretten verschenken. Unterm Strich dient es der Kundenschaffung. Und natürlich kann man in Interviews und Presseberichten die Gefahren als nicht groß genug bezeichnen.

  • "Eugene Kaspersky erklärt der Politik, wie gefährlich das Internet sein kann - wohl nicht ganz uneigennützig, denn Kaspersky verdient sein Geld mit der Bekämpfung von Viren und Trojanern."
    Morgen möchte ich gerne mal folgende Bildunterschrift lesen:
    "Josef Ackermann erklärt der Politik, wie gefährlich die Schuldenkrise sein kann - wohl nicht ganz uneigennützig, denn Ackermann verdient sein Geld damit."
    Immer wieder verwunderlich, mit welch zweierleit Maß die Medien messen: Kaspersky verfolgt natürlich seine eigenen Ziele, während stillschweigend unterstellt wird, dass die Finanzwirtschaft in unser aller Interesse handelt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%