Cyberkriminalität
Tagesgeschäft Spionage

In einer Umfrage der Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft (ASW) unter 208 Unternehmen wurden IT-Attacken als eine größere Gefahr für die Wirtschaft eingestuft als „herkömmliche“ Produktpiraterie, Diebstahl, Korruption oder Terrorismus. 80 Prozent der befragten Firmen gaben an, in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Angriffen durch Hacker geworden zu sein.

Das Problem wird durch die steigende Mobilität der Mitarbeiter verschärft. Taschencomputer, Mobiltelefone oder mobile Speichersticks – sie alle sind potenzielle Virenschleudern. „In über 90 Prozent der Fälle kann man einen Rechner per USB-Stick infizieren, ohne das Passwort zu kennen“, schätzt Magnus Kalkuhl vom russischen IT-Sicherheitsunternehmen Kaspersky Lab.

Gleichzeitig wird es für Unternehmen immer schwieriger, ihre eigenen Sicherheitssysteme zu prüfen. Das gerade verabschiedete sogenannte Hacker-Gesetz verbietet die Herstellung und Verbreitung von Hacker-Werkzeugen. Doch genau die benötigen die Sicherheitsexperten für ihre Crashtests. Der IT-Branchenverband Bitkom hat bereits vor den negativen Folgen des Gesetzes gewarnt.

Hinzu kommt fehlende Sensibilität auf der Management-Ebene. „Die meisten Unternehmen unterschätzen die Gefahren. Hier besteht noch erheblicher Handlungsbedarf“, sagt Özbek von PwC. Dabei täten gerade Vorstände und Geschäftsführer gut daran, die Gefahren zu kennen. Schließlich droht ihnen bei Versäumnissen in puncto IT-Sicherheit nach dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) persönliche Haftung. Außerdem könnten Kunden Schadensersatz fordern, etwa bei fehlerhaft produzierten Waren.

Gleichzeitig gehen die Hacker immer professioneller vor. „Die organisierte Kriminalität bedient sich in wachsendem Maße der Computerexperten“, warnt Özbek. Auch die Ermittler sprechen längst von organisierter Kriminalität mit mafiösen Strukturen.

Darüber hinaus sind die Angreifer rund um den Globus verteilt – wenngleich es regionale Zentren gibt. So ist es ein offenes Geheimnis, dass die Täter oft aus osteuropäischen Ländern oder dem asiatischen Raum stammen. Der Vizepräsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans Remberg, warnt deshalb besonders vor Hackerangriffen aus China, deren Ziel gezielte Wirtschaftsspionage sei. Experten gehen davon aus, dass der chinesische Staat dabei seine Finger mit im Spiel hat.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%