Darüber spricht das Netz

Adé DVD

Das Netz ist in Bewegung. An jedem Tag tun sich erstaunliche Dinge, wird den Nutzern das Leben erleichtert, wachsen die verschiedenen Medien weiter zusammen, entstehen neue Geschäftsmodelle, während andere zusammenbrechen. "Handelsblatt.com" unternimmt eine Reise in die wichtigsten internationalen Blogs und Web-Medien und gibt Ihnen den Überblick über die Netzgeschichten der Woche.
  • Jens Schröder
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DVDs und CDs lassen isch immer schlechter verkaufen. Foto: dpa Quelle: dpa

DVDs und CDs lassen isch immer schlechter verkaufen. Foto: dpa

(Foto: dpa)

DÜSSELDORF. Zwei völlig unterschiedliche Branchen, deren Geschäftsmodelle durch das Netz über den Haufen geworfen werden, gerieten in dieser Woche in die Schlagzeilen: die Porno-Industrie und die Tonträger-Industrie. Die "New York Times" berichtete in einem Artikel über den Niedergang der Porno-Branche, die darunter leidet, dass im Netz an jeder Ecke frei zugängliche Fotos und Videos locken. So fielen die Umsätze mit pornographischen DVDs in den USA im Jahr 2006 um etwa 15 Prozent. Ein Einbruch, der durch Zuwächse mit Bezahlangeboten im Internet nicht aufgefangen werden konnte. Die Nutzer wandern zunehmend zu kostenlosen Websites ab.

In der Musikbranche sieht es noch dramatischer aus: Einer neuen Studie des Internet-Shop-Betreibers Soundbuzz zufolge werden die Umsätze mit CDs, Audio-DVDs und anderen physischen Tonträgern bis 2009 um 61 Prozent fallen - von 29,3 Milliarden auf 18 Milliarden US-Dollar. Auch hier dürften die Einnahmen durch legale Musik-Downloads die Verluste nicht aufwiegen. Und auch hier trägt das Internet und seine vielen dunklen Ecken Mitschuld. Musiker müssen also weiterhin verstärkt auf Live-Auftritte setzen - dort steigen die Umsätze seit Jahren.

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Der Realplayer meldet sich zurück

Ein spektakuläres Comeback legt der Realplayer demnächst hin. Die Abspielsoftware für Videostreams ist zuletzt etwas in die Jahre gekommen, da der Real-Standard von komfortableren Formaten wie Quicktime und vor allem dem von Youtube bekannten Flash-Player überholt wurde. Nun die große Aufholjagd: Die nächste Version des Realplayers wird nicht nur Real-Videos abspielen können, sondern zudem die Formate Windows Media, Flash und Quicktime beherrschen. Und der Clou: Fast alle Videos lassen sich mit einem kleinen Browser-Plugin auch auf den eigenen Rechner herunterladen. In Fällen wie YouTube funktioniert das derzeit nur auf Umwegen, da Youtube keine Download-Funktion anbietet, um sich nicht noch mehr mit Rechteinhabern anzulegen. Der Realplayer soll diese Lücke nun schließen. Wenn ihm das gelingt, wird die alte Internetmarke Real wieder in aller Munde sein und Konkurrenten wie den Quicktime-Player oder den Windows Media Player in den Schatten stellen.

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