Darüber spricht das Netz
Amazons MP3-Shop kommt nach Europa

AmazonMP3, interessantester iTunes-Konkurrent, ist mit dem England-Start erstmals auch in Europa verfügbar. Unterdessen gibt es in Apples iPhone-App-Store inzwischen 10 000 kleine Zusatzprogramme - und Twitter-Chef Williams will 2009 endlich Umsatz machen. Darüber spricht das Netz - jeden Freitag bei Handelsblatt.com.

DÜSSELDORF. Allesversender Amazon hat seinen MP3-Musikdownloadshop nun auch nach Europa gebracht. Die bisher nur in den USA verfügbare Plattform bietet ihren Kunden Musik im Kopierschutz-freien MP3-Format, die im Gegensatz zu Apples iTunes-Format auf allen Playern abgespielt werden kann. Alben bietet AmazonMP3 schon ab drei britischen Pfund an, einzelne Songs sind ab 59 Pence zu haben. Neben zahlreichen unabhängigen Firmen sind alle vier Major-Label mit umfangreichen Katalogen bei Amazon vertreten. Bereits weit über drei Millionen Songs können gekauft werden. Das ist zwar noch weniger als in Apples iTunes-Store, doch dafür haben die Amazon-MP3s neben dem fehlenden Kopierschutz noch den Vorteil, dass sie meist günstiger sind und keine aufwändige Software für den Kauf installiert werden muss. In den USA hat es der Amazon-Shop laut verschiedener Berichte schon auf Platz zwei des Marktes hinter Apple geschafft. Wann AmazonMP3 auch in Deutschland startet, ist leider weiterhin nicht bekannt.

Apples iPhone-App-Store boomt unterdessen ungebremst. Die Website 138Apps, die iPhone-Applikationen testet und auflistet, berichtet, dass bereits 10.000 kleine Zusatzprogramme verfügbar seien. Die beliebteste Software war 2008 die Pandora-Radio-Applikation, ein Programm, um Musik aus dem Internet zu hören. Neu dabei ist seit einigen Tagen auch Amazon. Das Unternehmen hat einen Service für das iPhone auf den Markt gebracht, der den passenden Amazon-Preis zu einem mit dem Telefon fotografierten Produkt heraussucht und an den iPhone-Besitzer übermittelt. Das hört sich allerdings spektakulärer an, als es ist: Amazon nutzt nämlich billige Arbeitskräfte, die per Hand versuchen, das auf dem Foto zu erkennende Produkt zu identifizieren. Bis zur vollautomatischen Bilderkennung ist es wohl noch ein kleiner Weg für das Versandhaus.

Spätestens seit den Terroranschlägen von Mumbai ist die Kurznachrichten-Community Twitter im Mainstream angekommen. Zahlreiche Medien berichteten über das Tempo, in dem Bewohner und Journalisten via Twitter aus Mumbai berichteten und dabei sogar CNN & Co. Konkurrenz machten. Die Nutzerzahlen steigen seitdem weiter und ein erster Twitter-Konkurrent streicht nun die Segel: Pownce, eine Art Twitter mit mehr Features, aber wesentlich weniger Nutzern, wird schon am 15. Dezember geschlossen. Die Gründer haben ihre Technologie an den Bloganbieter Six Apart verkauft, wie sie dort in die existierenden Angebote integriert wird, steht allerdings noch nicht fest. Twitter-CEO Evan Williams hat unterdessen erzählt, dass er im ersten Quartal 2009 endlich ernsthafte Umsätze generieren will. Wie genau verrät er zwar noch nicht, man sei aber in Gesprächen mit großen Unternehmen. Ob man denen die Twitter-Technologie anbieten will - oder Werbeflächen auf Twitter.com, da hält sich Williams noch bedeckt.

Weitere Themen der Woche im Schnelldurchlauf:

  • Bedenkliche Zahlen für Anbieter von Videos im Netz: Der Video-Service-Provider TubeMogul will herausgefunden haben, dass mehr als 50 Prozent der Zuschauer Videos schon nach 60 Sekunden wieder wegklicken. Nur zehn Prozent schauten demnach die volle Länge der 23 Millionen untersuchten Fünf-Minuten-Streams. Für die Video-Vermarktung dürfte diese extrem geringe Aufmerksamkeitsspanne ein großes Problem sein.
  • Das politische Online-Magazin "Huffington Post" hat von den Venture-Capitalisten von Oak Investment Partners 25 Millionen frische US-Dollar bekommen. Mit dem Geld soll die Berichterstattung in Ressorts wie Wirtschaft, Umwelt und lokalen News ausgebaut werden, außerdem sind Akquisitionen denkbar.
  • Google will seinem Browser Chrome nun auch die Möglichkeit geben, mit Extensions ausgestattet zu werden. Die kleinen Zusatzprogramme, die den Browser mit zahlreichen weiteren Features ausstatten sollen, sind einer der Gründe für die Popularität von Firefox. Dort haben Tausende fleißige Entwickler für jedes noch so kleine Problem eine Lösung in Form einer Extension programmiert.
  • Yahoo hat seine traditionelle Liste der Top-Suchbegriffe des Jahres veröffentlicht. Wie in den vergangenen Jahren haben die meisten Deutschen demnach bei Yahoo nach "Wetter", und "Routenplaner" gesucht. Auf Platz 3 folgen "Grußkarten". Bei den Politikern hat Barack Obama Angela Merkel geschlagen, bei den Stars gewannen Rihanna und Bushido und bei den Tippfehler-Suchbegriffen hatte "Tschibo" die Nase vorn.
  • "Star Wars"-Erfinder George Lucas hat sich mit seinen treuen Fans angelegt. Er ließ Tausende von einem Flickr-Nutzer auf die Fotoplattform geladene "Star Wars"-Bilder, darunter viele Raritäten, löschen.

Youtube-Commercial der Woche:

Unser Commercial der Woche ist zwar kein wirkliches Commercial - eher ein Anti-Commercial - doch die lustige Parodie der "Simpsons" auf den Apple-Hype war wohl das mit Abstand meistdiskutierte Video der Woche:

Der Gaga-Link der Woche:

Absolut großartig und detailverliebt: Das Gadget-Blog Gizmodo hat das E-Mail-Konto von Santa Claus gehackt und enthüllt, mit wem der alte Mann so kommuniziert.

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