Darüber spricht das Netz
Die Flatrate für Musik-Downloads kommt

In Großbritannien ist der erste MP3-Musik-Downloadshop gestartet, in dem die Kunden für eine jährliche Gebühr so viel Musik herunterladen können, wie sie wollen. Auch MySpace und MTV sorgen für Schlagzeilen und die US-Wahl hat für gigantische Rekorde im Netz gesorgt. "Darüber spricht das Netz" - jeden Freitag bei "Handelsblatt.com".
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Ein spannendes Experiment sorgt in Großbritannien für Diskussionen. Ein bisher völlig unbekanntes Unternehmen startet mit der "Datz Music Lounge" den ersten echten MP3-Download-Shop mit Flatrate. Sprich: Für eine jährliche Gebühr von 99,99 britischen Pfund (derzeit etwa 123 Euro) können Nutzer so viel Musik herunterladen, wie sie wollen. Wie erwähnt: Es handelt sich um völlig freie MP3s, nicht um kopiergeschützte Dateien. Auch das Musik-Angebot lässt sich schon sehen: Mit an Bord sind neben den Indie-Plattenrifmen Beggars und The Orchard immerhin auch schon die Majors EMI und Warner Music. Datz spricht von derzeit 1,5 Millionen angebotenen Songs, auch Neuerscheinungen sollen ständig mit aufgenommen werden, sofern die Künstler sich nicht dagegen sträuben.

Um das Geschäftsmodell nicht dadurch zu gefährden, dass Nutzer ihre Passwörter an all ihre Freunde weitergeben, ist der Zugang zur "Datz Music Lounge" nur mit einem kleinen USB-Stick möglich, den man an seinen Computer stecken muss. Das Projekt ist deswegen so interessant, weil es erstmals das umsetzt, was viele Nutzer schon lange fordern: eine einfach zu bedienende Lösung, mit der für wenig Geld und komplett legal ungeschützte MP3s geladen werden können, die es sonst nur illegal im Netz gibt. Sollte der Service ein Erfolg werden, dürften auch die beiden fehlenden Majors Sony und Universal schnell an Bord sein und das Konzept der Musik-Flatrate um die Welt gehen.

Internet-Links

Guardian.co.uk: EMI, Warner Music and Beggars Group team for music download service

Hypebot.com: Datz Music: Downloader's Dream, Artist's Nightmare

All Things Digital: Would You Pay $162 a Year for All the Music You Can Eat?

ReadWriteWeb: Datz Music Lounge: Gimmick or the Future of Digital Music?

Auch MySpace und MTV versuchen mit einer neuen Methode, auf die Gegebenheiten des Internets einzugehen. MTV und Mutter Viacom wollen in Zukunft darauf verzichten, von Nutzern hochgeladene Videos, die ihre Urheberrechte verletzen, sperren zu lassen. Stattdessen werden die Clips mit Werbung versehen und Viacom verdient mit den eigenen Inhalten zusätzliches Geld. Geschehen soll das durch eine Kooperation mit dem Dienstleister Auditude. Die Firma hat nach eigenen Angaben innerhalb eines Jahres ein Archiv aus 1,2 Milliarden Sekunden mit TV-Sendungen von rund 100 US-Kanälen gesammelt und kann via elektronischer Signaturen die entsprechenden Videos im Netz identifizieren. Viacom/MTV bekommt durch den Deal nicht nur neue Umsätze, sondern auch umfangreiche Daten darüber, welche Clips von den Nutzern hochgeladen werden, wie populär sie sind und weitere interessante Zahlen und Fakten. Für den Nutzer ist diese Entwicklung ebenfalls eine gute Nachricht: Sie dürften sich über ein gesperrtes Video sicher mehr ärgern als über eins, das nachträglich mit Werbung versehen wurde.

Internet-Links

Bits: MySpace and MTV Turn Pirated Video Into Ad Dollars

Webware: New video ad deal for MySpace, MTV Networks

ReadWriteWeb: MTV to MySpace: Post Our Content, Please

Die historische Wahl Barack Obamas zum US-Präsidenten hat Nachrichten-Websites neue Zugriffsrekorde beschert. Vor allem in den USA kam es zu ungeahnten Traffic-Sprüngen. So verzeichnete CNN.com mit 27 Mio. Unique Visitors am Wahltag das Fünffache eines normalen Tages. Ebenfalls erstaunlich: 4,9 Millionen Live-Video-Streams wurden abgerufen - eine Verdreifachung des bisherigen Rekordes. Technik-Dienstleister Akamai, der Tausende große Websites hostet, verzeichnete bis zu 8,57 Mio. Visitors pro Minute aus aller Welt. Damit wurde auch hier der bisherige Rekord - er stammte von der Fußball-WM 2006 - verbessert. Auch deutsche Nachrichten-Angebote freuen sich über neue Nutzerrekorde. So haben u.a. Websites wie Spiegel Online und sueddeutsche.de nach eigenen Angaben am Wahltag so viele Zugriffe gehabt wie nie zuvor.

Internet-Links

NewTeeVee: Historic Election Day Sets Traffic Records

TechCrunch: Hitwise Ranks Election Traffic To News Sites

lost remote: Historic home pages

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