Darüber spricht das Netz
Die Revolution auf dem Werbemarkt

Werbung verändert sich derzeit wie nie zuvor - für die Werber eine große Herausforderung. Die Fernsehsender haben in dieser Woche mal gute Nachrichten bekommen - gäbe es nicht den Streik ihrer Autoren, der auch im Internet großflächig stattfindet. Die wichtigsten Schlagzeilen und Diskussionen aus internationalen Blogs - jeden Freitag bei "Handelsblatt.com".

Nicht erst die aktuellen Ankündigungen neuer Vermarktungsangebote von Facebook und MySpace zeigen, dass Schwung in den Werbemarkt kommt. Eine neue IBM-Studie mit dem plakativen Namen "The end of advertising as we know it" prognostiziert, dass sich die Werbeindustrie in den kommenden fünf Jahren so sehr ändern wird, wie in den vergangenen 50 Jahren nicht. Für normale Anzeigen und Fernsehspots wird weniger ausgegeben, neue, interaktive und kreative Werberformen werden populärer. Agenturen und Werbeträgern, die sich nicht darauf einstellen, drohen hohe Umsatzeinbußen. Besonders die Personalisierung der Werbung, also das perfekte Zuschneiden auf bestimmte Zielgruppen, wird dabei immer wichtiger.

Ob allerdings der Facebook-Ansatz, der in dieser Woche in New York vorgestellt wurde, Erfolg verspricht, stößt in der internationalen Blogosphäre aus Skepsis. Die Facebook Ads zielen vor allem darauf ab, dass Nutzer des Netzwerkes sich gegenseitig Produktempfehlungen geben. Zwar können solche viralen Aktionen für viel Aufmerksamkeit im Netz sorgen, doch gleichzeitig werden sie viele Nutzer nerven und vergraulen. Etwas klüger klingt der MySpace-Ansatz, der gerade mit einem weiteren Schritt weiterentwickelt wird. Werbungtreibenden ist es dort künftig möglich, Kampagnen zu erstellen, zu planen und per Selbstbedienung genaue Zielgruppen auszuwählen. So sollen z.B. auch kleine lokale Unternehmen ihr Publikum finden. In weiteren Neuigkeiten aus dem Werbemarkt hat AOL für 340 Millionen US-Dollar das Werbenetzwerk Quigo übernommen und Google startet in Kürze seine In-Game-Advertising-Lösung, mit der in Videospielen geworben werden kann. Ob sich die Branche tatsächlich so extrem entwickelt wie IBM es prognostiziert, werden wir in 5 Jahren wissen. Dass sie sich tatsächlich stark wandelt, zeigt sich bereits jetzt an jedem Tag neu.

Internet-Links

» - Die Seite zur IBM-Studie "The end of advertising as we know it".

» - Webware berichtet von der Facebook-Ads-Vorstellung.

» - "Read/WriteWeb" fasst das Facebook-Modell zusammen.

» - "Techcrunch" erklärt das MySpace-Werbemodell.

» - AOL kauft Quigo.

» - "GigaOM": "The Future of Online Advertising".

» - Google startet sein In-Game-Advertising - ebenfalls bei "GigaOM".

Gute Nachrichten für die Fernsehsender: Einer aktuellen Untersuchung des Ökonomen Joel Waldfogel zufolge kann die Angst der Sender vor dem Internet ein bisschen sinken. Das interessante Ergebnis der Studie: Junge Zielgruppen schauen zwar weniger herkömmliches Fernsehen und dafür mehr Videoinhalte im Netz - doch eben diese Inhalte bleiben die gleichen. So schauen die Befragten im Internet vor allem ihre Lieblingsserien - legal oder illegal. Für die Fernsehsender entsteht so zum Einen ein Werbeeffekt für das herkömmliche Fernsehen, zudem ein klares Argument, mehr Inhalte im Internet bereitzustellen und zu vermarkten. Das Medium ändert sich also, doch die Inhalte überleben.

Internet-Links

» - Das "Freakonomics"-Blog berichtet über die Waldfogel-Studie

» - Auch "ars technica" fasst die Untersuchung zusammen.

» - Die Studie als PDF-Download.

Der seit Anfang der Woche laufende Streik der US-Film- und TV-Autoren nutzt das Internet so stark wie kein Streik zuvor. Auf beiden Seiten wird gebloggt, getwittert, kleine Videos werden aufgenommen - alle Kommunikationswege werden genutzt. Branchenblätter wie "Variety" berichten geradezu exzessiv in eigens angelegten Blogs über den Streik. Erste Auswirkungen gibt es ebenfalls: Die Produktionen von Serien wie "Desperate Housewives" und "The Office" sind bereits zum Stillstand gekommen, die aktuelle "Heroes"-Staffel könnte bereits in wenigen Wochen enden und die neuen Folgen von "Lost" und "24", die im Januar starten sollten, werden aller Voraussicht nach verschoben.

Internet-Links

» - Die streikenden Autoren schreiben immerhin ein Blog.

» - Die Forderungen der Streikenden anschaulich als YouTube-Video.

» - Das sehr umfangreiche "Variety"-Streikblog.

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