Darüber spricht das Netz
Piraten lieben Fernsehserien

Das meistgetauschte Gut in P2P-Tauschbörsen sind TV-Serien. Neuen Zahlen zufolge kommt ein Großteil der getauschten Dateien von Fernsehsendern. In Kalifornien überlegt unterdessen Internet-Berühmtheit Lawrence Lessig, für den Congress zu kandidieren. Die Olympischen Spiele von Peking könnten derweil zu Blogger-Spielen werden. Welche Themen noch in Blogs und Webmedien heiß diskutiert wurden und was das Youtube-Commercial und was der Gaga-Link der Woche ist, lesen Sie hier.
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Neue Untersuchungen zeigen, dass Fernsehserien die populärsten Medien sind, für die Nutzer in aller Welt das Peer-to-Peer-Verfahren (P2P) BitTorrent nutzen. Das Blog "TorrentFreak" berichtet, dass fast 50 Prozent dieser weltweiten Downloads durch Serien erzeugt werden, erst weit dahinter folgen Filme und Musik. Auf Rang 4 des Piratenrankings finden sich Computer- und Videospiele, dahinter andere Software. Einzelne Episoden der bei den Internetnutzern besonders beliebten Serien "Lost", "Prison Break" oder "Heroes" werden laut "TorrentFreak" bis zu 10 Millionen mal heruntergeladen. Die Hemmschwelle sei im Fall der Serien u.a. deswegen niedriger, weil sie ja ohnehin frei zugänglich im Fernsehen ausgestrahlt werden und man nicht für sie zahlen müsse wie für Kinofilme oder Musik. Im Gegensatz zur Film- und Musikindustrie gehen die Fernsehsender und Produktionsfirmen auch nicht juristisch gegen Downloader vor. Stattdessen hat die Situation dazu geführt, dass - zumindest für US-Zuschauer - zahlreiche legale Angebote geschaffen wurden, mit denen sie ihre Lieblingsserien auch offiziell schauen können, ohne in dunklen Netzecken zu suchen. Es gibt sogar immer wieder Gerüchte, dass einzelne Sender verdeckt erste Folgen neuer Serien selbst zum Torrent-Download ins Netz stellen, um Buzz zu erzeugen oder erste Reaktionen auf ihre neuen Serien zu analysieren.

Internet-Links

» "50% Of All BitTorrent Downloads are TV-Shows" - bei "TorrentFreak".
» Frühere Analyse über die populärsten Fernsehsendungen der Internetgemeinde - ebenfalls bei "TorrentFreak".

Während in den USA der Wahlkampf um die Präsidentschaftskandidaten weiter heißläuft, hat Internet-Berühmtheit Lawrence Lessig angekündigt, eventuell für den Congress (das US-amerikanische Abgeordnetenhaus) zu kandidieren. Möglich wäre das durch den Tod eines kalifornischen Abgeordneten, der eine Wahl im April nötig macht. Lessig, Rechtsprofessor in Stanford, ist vor allem durch die Gründung der Creative-Commons-Initiative und seinen Kampf gegen veraltete Urheberrechte bekannt geworden. Auf Konferenzen rund um die Welt hält er viel beachtete Vorträge. Während Lessig noch überlegt, ob er tatsächlich kandidieren soll, haben sich bereits Tausende Anhänger auf Websites und in einer Gruppe der Social Community Facebook zusammengeschlossen, um ihn zu unterstützen. Auf der eigenen Website "Lessig08" hat Lawrence Lessig eine "Change Congress"-Initiative angekündigt, sollte er selbst kandidieren, dürfte die Website kurzfristig in eine Kampagnenwebsite für ihn umgewandelt werden.

Internet-Links

» Lawrence Lessigs Blog.
» "Lessig 08"-Website.
» "Wikipedia"-Eintrag über Lessig.
» Ausführlicher Artikel im "Machinist"-Blog von "Salon.com".
» "TechCrunch"-Eintrag über die Unterstützung bei Facebook.
» Bericht im "Post I.T."-Blog der "Washington Post".

Werden die Olympischen Spiele in Peking Blogger-Spiele? Das Internationale Olympische Kommittee (IOC) hat zumindest den Weg für Athleten frei gemacht, die aus Peking berichten wollen. Den Sportlern wird es erlaubt sein, persönliche Blogs zu schreiben und Fotos zu veröffentlichen. Doch das IOC wäre nicht das IOC, wenn es nicht ein paar große Einschränkungen geben würde. So sollen die Athleten ausschließlich von ihren persönlichen Erfahrungen berichten und nicht etwa von Ergebnissen der Wettkämpfe. Zudem dürfen keine Fotos von den Wettkampforten veröffentlicht werden, Video und Audio sind komplett verboten. Die Namen und Adressen der Blogs müssen ohne die Worte "Olympic" oder "Olympia" auskommen. Ein größeres Problem könnte auf die bloggenden Sportler zudem durch die Tatsache zukommen, dass populäre Bloghoster wie Blogger.com oder Wordpress.com von den chinesischen Behörden zensiert werden und damit auch in Peking nicht aufgerufen werden können. Dennoch werden sicher einige Athleten ihre Erlebnisse aus Peking bloggen und damit für eine interessante Ergänzung zur Berichterstattung der großen Medien sorgen.

Internet-Links

» "Athletes Will Be Allowed to Blog at Beijing Olympics" - im "Bloggers Blog".
» "Great firewall of China may hinder blogging Olympians" - bei "ars technica".

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