Darüber spricht das Netz
Schwere Zeiten für Piraten

Die Musikindustrie versucht weiter, mit Justiz und Gesetzgebern gegen Tauschbörsennutzer vorzugehen. Unterdessen sorgt Google mit einer neuen mobilen "Google Maps"-Version für Schlagzeilen und in England gründen die größten Fernsehsender eine gemeinsame Internetseite. "Darüber spricht das Netz" jeden Freitag bei handelsblatt.com.

Zwei Schlagzeilen, die zeigen, dass die Luft für Downloader illegaler Musik dünner wird. Erstens: In Frankreich soll erwischten Tauschbörsenbenutzern künftig sogar der Internet-Anschluss gekündigt werden. Zweitens: Ein weiterer BitTorrent-Tracker, ein Server also, über den per BitTorrent-Software jede Menge Illegales heruntergeladen werden kann, wurde von den Behörden geschlossen. Getroffen hat es diesmal Torrent.is, einen isländischen Server, der damit ähnlichen Angeboten in den Niederlanden, Kanada, Ungarn und Spanien folgt. Ob solche Serverschließungen der Industrie allerdings wirklich helfen, erscheint fraglich. Seit Jahren werden tote Angebote schnellstmöglich durch neue ersetzt. Bedrohlicher für die Piraten erscheint da die Meldung aus Frankreich, hat doch dort ein Staat ein Gesetz beschlossen, mit dem Verstöße gegen das Urheberrecht mit Hilfe einer neuen Behörde und den Internet-Providern weiträumig verfolgt und mit Internetverbot geahndet werden. Genau an diesem Punkt zeigt sich der Konflikt, der im Internet des 21. Jahrhunderts entstanden ist. Was für konservative Menschen wie Frankreichs Präsident Sarkozy "mittelalterliche Verhaltensweisen" sind, ist für breite Teile der Bevölkerung längst Normalität geworden. Die potenziellen Kunden sind der altmodischen Industrie einteilt und zwingen sie nach und nach zum Umdenken und zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Wie gesagt: Mit der Justiz wird dem Verhalten der Menschen nicht mehr beizukommen sein. Moderne, kundenfreundliche Angebote müssen her. Erst wenn alle illegal im Netz erhältlichen Angebote, egal ob Musik, Filme oder TV-Serien, für faire Preise legal erhältlich sind, werden illegale Tauschbörsen zu stoppen sein. Ohne teure Anwälte und Lobbyisten.

Internet-Links

» TorrentFreak berichtet über die Schließung von Torrent.is.

» Netzpolitik.org setzt sich kritisch mit den neuen Regelungen in Frankreich auseinander.

Überaus lesenswert: Ex-Musiker und Chef des » Spreeblick-Blogs Johnny Haeusler macht sich Gedanken, wie die Musikindustrie noch zu retten ist.

Google hat der mobilen Version seines "Google Maps"-Services eine kleine neue Funktion gegönnt, die ihn zur absoluten Killerapplikation macht. Mit "Mein Standort" werden die Standpunkte der nächstgelegenen Handy-Funkmasten genutzt, um die eigene Position auf den Google-Landkarten anzuzeigen. GPS wird also überflüssig. Derzeit gibt es auf einigen Geräten zwar noch Probleme mit "Mein Standort", aber demnächst soll der neue Dienst auf allen relevanten Systeme funktionieren, so Google. Zwar ist die Funktion nicht ganz so genau wie GPS, doch in Verbindung mit dem Routenplaner und allen Annehmlichkeiten, die "Google Maps" außerdem mit sich bringt, wird die neue mobile Version 2.0 das Handy-Internet ein großes Stück nach vorn bringen.

Internet-Links

Das neue » Google Mobile Blog erklärt die "Google Maps"-Funktionen - auch per Video.

» GigaOm hat die neue Version getestet.

Auch » Webware analysiert das neue Google Maps.

Wovon deutsche Internet-Nutzer nur träumen können, wird in England nun wahr: eine gemeinsame Plattform der größten britischen Fernsehsender. BBC, TV und Channel 4 haben sich zusammen getan, um einen On-Demand-Service anzubieten, der Tausende Stunden TV-Sendungen an einem Platz zusammenführen wird. Der Service, der aktuell unter dem Arbeitstitel "Kangaroo" läuft, soll im kommenden Jahr online gehen und die angebotenen Videos der jeweiligen eigenen Dienste auf einer neuen Website anbieten. Der gemeinsame Dienst der großen Drei kann zudem genug Druck auf die kleineren Sender erzeugen, dem Projekt ebenfalls beizutreten. In Deutschland ist man von solchen Plänen wie erwähnt noch weit entfernt. Hierzulande betreiben ARD, ZDF, RTL, ProSieben und Sat.1 allesamt eigene Bewegtbildangebote, die zum Teil nicht mal auf der eigenen Website an einem zentralen Ort abgelegt sind.

Internet-Links

» last100 freut ich auf "Kangaroo".

» TechCrunch UK: "BBC, ITV, Channel 4 to launch joint on-demand web TV".

Blogeintrag bei » WebTVWire zum Thema.

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