Darüber spricht das Netz
Unruhen bei Twitter

Die nicht endenden technischen Probleme beim Kommunikations-Dienst Twitter haben zu personellen Konsequenzen geführt. Unterdessen hat Sony angekündigt, in Kürze einen Video-Download-Service für seine Playstation-3-Konsole zu starten und das Lexikon Encyclopedia Britannica öffnet sich Bloggern. "Darüber spricht das Netz" - jeden Freitag bei "Handelsblatt.com".
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Er ist schon erstaunlich, der Boom des Internet-Dienstes Twitter. Die Mitgliederzahlen der Plattform, einem Mix aus Chat und Mikroblogservice mit SMS-Anbindung steigen und steigen und explodieren spätestens seit Beginn des Jahres auch in Deutschland. Erstaunlich ist der Boom auch deswegen, weil Twitter immer wieder mit großen technischen Problemen zu kämpfen hat. So ging der Dienst oft in die Knie, wenn ihn viele Nutzer parallel mit ihren Gedanken befüllen wollten, erst am vergangenen Wochenende gab es zudem tagelange Cache-Probleme, bei der viele Twitterer quasi von der Außenwelt abgeschnitten waren. Das technische Chaos hat nun zu weitreichenden Konsequenzen geführt. So verlassen sowohl der führende Twitter-Architekt Blaine Cook als auch der technische Vizepräsident des Unternehmens Lee Mighdoll Twitter. Offiziell zwar freiwillig, inoffiziell aber wohl alles andere als freiwillig. Gerade in der aktuellen Phase, in der die Firma an einem Geschäftsmodell arbeitet, das wie bei dem kürzlichen Start in Japan eine Finanzierung durch Werbung vorsehen könnte, ist es wichtig, einen zuverlässigen Dienst anzubieten, der nicht immer wieder den Unmut seiner Nutzer auf sich zieht.

Internet-Links

» Empfehlenswert für Twitter-Neulinge: das Twitter-Kompendium im Upload-Blog

» Das CNet-NewsBlog berichtet über die jüngsten technischen Probleme bei Twitter

» Michael Arrington kommentiert bei TechCrunch

» Das Blog the social berichtet über den Abgang von Blaine Cook

» Webware schreibt über das Ende von Lee Mighdoll bei Twitter

Nachdem Sony den Krieg der DVD-Nachfolgeformate bereits zugunsten der Blu-Ray-Disc entscheiden konnte, will der Konzern mithilfe seiner Spielkonsole Playstation 3 auch im Markt der Video-Download-Dienste angreifen. Laut "Los Angeles Times" laufen Gespräche zwischen Sony und den großen Hollywood-Studios, der Download-Shop könnte anschließend bereits im Sommer starten. Für Sony ist eine solche Funktionserweiterung der Playstation wichtig, schließlich läuft immer noch ein Kampf gegen Microsofts XBox um den Platz 2 hinter Nintendos Verkaufs-Hit Wii. Und: Auf der XBox 360 gibt es bereits einen Video-Shop mit rund 350 Filmen und etwa 5000 TV-Serien-Episoden. Da die modernen Konsolen immer mehr zur Entertainment-Schaltzentrale in den Wohnzimmern werden, mit denen sich weit mehr anstellen lässt als nur Spiele zu spielen, könnte ein solcher Video-Shop neue wichtige Umsätze für Sony generieren. Wie so oft wird der Dienst aber vorerst nur in den USA verfügbar sein, Europäer und insbesondere Deutsche schauen wegen Rechteproblemen in die Röhre.

Internet-Links

» Der Bericht der Los Angeles Times

» Ausführlicher Artikel zum Thema bei WebTVWire

» Auch das Blog last100 analysiert

Während das Bertelsmann Lexikon Institut in Deutschland nun eine Buch-Ausgabe der Wikipedia drucken wird (Handelsblatt.com berichtete), versucht das legendäre Nachschlagewerk Encyclopedia Britannica mit anderen Mitteln, verlorenen Boden gegenüber der Wikipedia gutzumachen. Das im Internet eigentlich nur gegen Gebühr nutzbare Lexikon öffnet sich ab sofort gegenüber Bloggern. Mit einem Anmeldeverfahren können sich interessierte Blogger bei der Encyclopedia bewerben und bei Erfolg künftig auf Artikel des Nachschlagewerkes verlinken. Die sind dann für jeden Leser des betreffenden Blogs kostenlos einsehbar. Die Encyclopedia Britannica erhofft sich durch die Öffnung direkt und indirekt noch mehr Bekanntheit im Internet. Direkt durch die Besucher aus den Blogs, indirekt, weil die Verweise auch in Suchmaschinen auftauchen werden und das Lexikon dadurch dort insgesamt sichtbarer wird. Ob die Blogger das Angebot aber in größerem Ausmaß nutzen werden, ist unwahrscheinlich. Schließlich lassen sich Wikipedia-Einträge auch ohne kompliziertes Anmeldeverfahren verlinken und sind in Gänze kostenlos einzusehen - und nicht nur einzeln durch den Link eines Bloggers.

Internet-Links

» Artikel zum Thema bei TechCrunch

» Analyse im Medienblog medienlese - inklusive Beispiel-Link auf die Encyclopedia Britannica

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