Darüber spricht das Netz
Wie Microsoft das Netz erobern will

Microsoft baut seinen "XBox Live"-Service zum Entertainment-Netzwerk aus und investiert damit weiter in eine Boom-Branche. Unterdessen sorgt amazon mit seinem E-Book-Reader "Kindle" für hitzige Diskussionen und NBC hat eine Internet-TV-Serie gekauft. "Darüber spricht das Netz" - jeden Freitag bei "Handelsblatt.com".

Während Software-Gigant Microsoft im Internet in fast allen Segmenten nur die Rücklichter der Konkurrenz sieht, im Suchmaschinenmarkt z.B. seit Jahren Google hinterherläuft, plant er nun eine interessante Offensive im Home-Entertainment-Markt. Hintergrund: Microsofts Spielkonsolen XBox und XBox 360 verfügen über einen Internetzugang, mit dem auf das "XBox Live"-Netzwerk zugegriffen werden kann. Laut Microsoft nutzen bereits 8 Mio. XBox-Besitzer diesen Service und laden sich Spieledemos und Videos herunter, chatten mit anderen Spielern oder spielen gegeneinander. Nun will Microsoft "XBox Live" deutlich ausbauen. So wird demnächst der Download kompletter Spiele auf die Konsole möglich, zudem sollen IPTV-Dienste und die Verknüpfung mit dem Firmen-eigenen Musikdownloadshop hinzu kommen. Wie stark dieser Konsolen-Download-Markt derzeit wächst, zeigt u.a. eine Analyse der US-Marktforscher von IDC. Demnach steigen die Umsätze mit Diensten wie "XBox Live" von 133 Mio. US-Dollar im Jahr 2006 auf mehr als 580 Mio. in 2007. Auch Sony mit der Playstation 3 und Nintendo mit der Wii sind längst aktiv. Was Microsofts Pläne noch interessanter macht, ist die Tatsache, dass sie weit über Videospiele hinaus gehen. Geplant ist eine Art Social Network für Entertainment, in dem Filme, Fernsehen, Musik und Games verfügbar sind - und das über Plattformgrenzen hinweg. Mit einer "Windows Live ID" können die erworbenen Downloads sowohl auf der XBox, als auch auf dem Handy oder dem MP3-Player genutzt werden. In Zeiten, in denen immer mehr Erwachsene Spielkonsolen für sich entdecken, sicher ein kluger Schachzug in einem rasant wachsenden Markt.

Internet-Links

» Lesenswerte ausführliche Analyse im "last100"-Blog

» Der "mashable"-Eintrag zum Thema

» Auch "ars technica" würdigt die

Microsoft

-Pläne

Die wohl meistdiskutierte Story der Woche war die Vorstellung des neuen amazon-Geräts "Kindle", einem E-Book-Reader ("Handelsblatt.com" berichtete). Wohl nie zuvor wurde ein Gerät schon so herunter geschrieben, bevor es überhaupt jemand in der Hand hatte. Ein Grund: ein seltsames Foto, auf dem "Kindle" so aussah, als stamme er aus den 80er Jahren. Hässlich, klobig, einfach unschön. Als amazon-Boss Jeff Bezos den "Kindle" dann der Öffentlichkeit vorstellte, wandelte sich die Stimmung in den internationalen Blogs deutlich. Denn: Das kleine Gerät kann einiges. Nutzer können sich (derzeit 80.000) elektronische amazon-Bücher direkt und ohne zwischengeschalteten Computer auf den "Kindle" laden, Begriffe im Oxford American Dictionary oder in der Wikipedia nachschauen, E-Mails schreiben, sowie Zeitungen elektronisch abonnieren. Der Clou: Alle Onlinekosten sind in dem Anschaffungspreis von 399 Dollar bereits enthalten. "Kindle" lädt vollautomatisch neue Ausgaben der abonnierten Zeitung herunter und aktualisiert auch andere Dienste jederzeit selbst - nur Kosten für Bücherkauf und Abos werden fällig. Über USB oder Speicherkarte können zudem auch andere Inhalte auf den "Kindle" transferiert werden. Neben dem etwas schwachen Argument der mangelhaften Optik gibt es aber auch einige Kritikpunkte an amazons E-Book-Reader. So sind die Online-Fähigkeiten, die über die voreingestellten Dienste hinaus gehen, nur als mangelhaft zu bezeichnen. Der Browser kommt mit zahlreichen Websites nicht zurecht, mit wichtigen Dateiformaten wie PDFs kann "Kindle" nichts anfangen und selbst für das Abonnieren von Blogs ist eine monatliche Gebühr fällig. Aufgrund dieser Einschränkungen erscheint der Preis von 399 Dollar trotz der kabellosen Onlinefähigkeiten etwas hoch. Voll ausgestattete Notebooks werden immer kleiner und günstiger, Telefone wie das iPhone können wesentlich mehr als der "Kindle". Dennoch: Die ersten 90.000 "Kindles" sind bereits ausverkauft.

Internet-Links

» Ausführliche "Kindle"-Präsentation inkl. einiger Videos

» "New York Times"-Blog "Bits": "In Defense of the Kindle"

» "Beobachtungen zur Medienkonvergenz": "Amazon Kindle: eBook-Revolution oder Flop?"

» Weitere Kommentare - ebenfalls im "Beobachtungen zur Medienkonvergenz"-Blog

» "Five Things I Like About Kindle" - bei "blognation USA"

» "TechCrunch": "Kindle: First Impressions"

» "Silicon Alley Insider": "What the Kindle isn?t"

Nun hat der Streik der amerikanischen TV- und Film-Autoren erstmals einer Internet-TV-Serie eine Zukunft im herkömmlichen Fernsehen beschert. NBC hat "Quarterlife" gekauft, eine Serie, die seit dem 11. November exklusiv bei MySpace zu sehen ist. NBCs Ausstrahlung beginnt im Februar oder März - nachdem alle 36 achtminütigen Episoden bei MySpace gelaufen sind - dann allerdings nicht als 8-Minüter, sondern in normaler Serienfolgenlänge. Im Gegensatz zu den aktuellen Serien des US-Fernsehens sind die "Quarterlife"-Bücher nämlich schon fertig, eine Beeinträchtigung durch den Streik ist nicht möglich. Ein kompletter Triumph für das Bewegtbildmedium Internet ist der Deal allerdings nicht: Ursprünglich war "Quarterlife" als Serie für den Fernsehsender ABC geplant - der lehnte nach Fertigstellung des Pilotfilms allerdings ab.

Internet-Links

» Die offizielle "Quarterlife"-Website

» "Quarterlife"-Kritik bei "WebTVWire"

» "paidContent.org" berichtet über den Deal

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