Das modulare Rechnerkonzept des amerikanischen IT-Konzerns hat sich bewährt
IBM baut den schnellsten Supercomputer

Der amerikanische Computerkonzern IBM belegt mit seinem „BlueGene/L“-Rechner erneut den Spitzenplatz der in Mannheim veröffentlichten Weltrangliste „Top 500“. Vor einem halben Jahr hatte die an der Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien betriebene Anlage den „Earth Simulator“ des japanischen Herstellers NEC nach mehr als zweijähriger Führung vom Thron gestoßen.

DÜSSELDORF. „BlueGene/L“, der von IBM und dem US-Energieministerium entwickelt wird, kommt derzeit auf eine Rechenleistung von 136,8 Teraflops (Billionen Rechenschritte) und ist damit doppelt so schnell wie vor einem halben Jahr. Das Rechnersystem wird kontinuierlich erweitert, und hat deshalb gute Chancen, auch in den nächsten Jahren seinen Spitzenplatz zu verteidigen. Der Supercomputer soll durch Zusammenschalten von zig Tausend weiteren Prozessoren bis Ende des Jahres in der endgültigen Ausbaustufe eine Rechenleistung von bis zu 360 Teraflops erzielen.

Der Erdsimulator, der in Yokohama im Institut für Erdwissenschaften zur Berechnung von globalen Klimaveränderungen eingesetzt wird, rutschte vom dritten auf den vierten Platz. Der Computer hatte mit seinen 35,86 Teraflops vor rund drei Jahren für Aufsehen gesorgt, als er die langjährige Vorherrschaft von US-amerikanischen Superrechnern durchbrach. Flop ist die Abkürzung für Fließkomma-Rechenoperationen – Rechenschritten pro Sekunde.

Das Innovationstempo bei den Supercomputern ist insgesamt weiter gestiegen. Die Hälfte der Superrechner, die in der letzten Liste unter die ersten Zehn kamen, wurde von neuen Systemen abgelöst. Und die letzten 201 Rechner des Vorjahres sind heute zu langsam, um wieder unter die TOP 500 zu kommen. Um einen Platz auf der Liste zu ergattern, mussten mindestens 1,166 Teraflops erreicht werden. Im letzten Jahr genügten 850,6 Gigaflops.

IBM entwickelte vor wenigen Jahren mit BlueGene ein komplett neues Konzept für das Supercomputing und legte damit die Basis für den heutigen Erfolg. Inzwischen dominiert der Computerkonzern mit sechs Anlagen unter den ersten zehn schnellsten Rechnern und mit 51,8 Prozent mehr als die Hälfte der kompletten Weltrangliste. Die Chips in den BlueGene-Rechnern sind mit 700 Megaherz im Vergleich zu denen, die in PCs eingebaut sind, recht langsam. Dafür verbrauchen sie weniger Strom und erzeugen weniger Hitze. Die Stärke der Prozessoren liegt vor allem in der Fähigkeit, untereinander zu kooperieren.

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