Das vollautomatische Warendepot
Lagerarbeiter durch Funkchips ersetzbar

Den Lagerarbeitern droht bald eine harte Konkurrenz vom Kollegen Chip. Mit einer neuen Technologie - der auf der weltgrößten Computermesse CeBIT vorgestellten RFID (Radio Frequency Identification) - kann der Güterumschlag nahezu vollständig automatisiert werden.

HB/dpa HANNOVER. Dabei wird der herkömmliche Strichcode von bislang lediglich 12 bis 15 Ziffern durch eine so genannte RFID-Marke ersetzt. Diese enthält neben einem Chip eine Antenne, über die Daten an entsprechende Lesegeräte übertragen werden können. So lassen sich Hunderte von Zeichen speichern und bis zu 100 000 Mal überschreiben. Der US-Computerkonzern IBM stellte jetzt auf der CeBIT in Hannover unter dem Namen „Tower 24“ den Prototyp eines vollautomatischen Auslieferzentrums vor, das mit der neuen Technologie ausgestattet werden kann. Das Warendepot ist automatisch, Kunden können ihre gelieferten Waren rund um die Uhr abholen. Benachrichtigt werden sie per E-Mail, SMS oder Voicemail, bezahlt wird per EC-Karte.

„Wir haben Anfragen, aber noch kein konkretes Projekt für RFID“, sagte der Leiter des Produktmarketing der ebenfalls an dem Projekt beteiligten GUS Group, Martin Vollmer. Interessant sei RFID zum Beispiel für die hausinterne Postverteilung auf großen Firmengeländen oder für die Ausstattung mit Ersatzteilen.

Einzelhandel an RFID interessiert

Der italienische Modekonzern Benetton hatte bereits Anfang dieser Woche angekündigt, gemeinsam mit dem niederländischen Elektrokonzern Philips eine RFID-Lösung für seine 5000 Niederlassungen weltweit zu entwickeln. Beim deutschen Einzelhandelskonzern KarstadtQuelle beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit RFID. Und auch der IT-Chef des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart, Kevin Turner, zählte RFID bereits im vergangenen Jahr zu den Technologien, die in nächster Zukunft die größten Auswirkungen auf den Einzelhandel haben werden.

Mit den RFID-Marken lässt sich nicht nur die Warenkennnummer erfassen, sondern auch das Herstellungsdatum, die Lagerzeiten in den verschiedenen Vertriebsstationen und der Zeitpunkt der Ankunft im Ladenregal. Dadurch soll sich nicht nur der Personalaufwand in der Lagerhaltung deutlich verringern - auch sollen weniger Produkte verschwinden, da ihr Weg nachverfolgt werden kann. Die britische Einzelhandelskette Marks & Spencer habe durch den Einsatz von RFID die durchschnittliche Zeit für das Abarbeiten einer Palette von 29 auf 5 Sekunden reduziert, schreibt James Crawford vom Marktforschungsinstitut Forrester Research in einer Branchenstudie.

Die Preise für RFID-Marken von Herstellern wie Texas Instruments liegen dem Experten zufolge zwischen 20 US-Cent für Einweg- Papiermarken bis hin zu mehreren US-Dollar für überschreibbare Marken, die über Jahre eingesetzt werden können. Das renommierte US- Forschungsinstitut MIT habe jedoch mit seinem Projekt Auto-ID (automatische Erkennung) Preise von weniger als 5 US-Cent in Aussicht gestellt. Spätestens von 2005 an werde kräftig in die neue Technologie investiert, erwarten die Branchenbeobachter von Forrester.

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