Datenauswertung hat begonnen
Razzia gegen Raubkopierer

Einen Tag nach der bundesweiten Razzia gegen Internet-Raubkopierer haben die Ermittler mit der Auswertung der sichergestellten Daten begonnen.

dpa ELLWANGEN/HAMBURG. Auch die Daten, die bei der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) in Hamburg sichergestellt wurden, werden nun überprüft, sagte der Sprecher der Ellwanger Staatsanwaltschaft, Oliver Knopp, am Mittwoch. Äußerungen, wonach gegen die GVU ermittelt werde, wies er allerdings als „Spekulation“ zurück. Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten der GVU oder ihrer Verantwortlichen zu finden sei nicht Gegenstand der Durchsuchung gewesen, stellte Knopp klar.

Zweifel an den Angaben zur GVU hatte am Dienstag unter anderem Holger Bleich, Redakteur der Fachzeitschrift „c't“, geäußert. Seiner Redaktion lägen Informationen vor, die auf einen ganz anderen Hintergrund hinwiesen, sagte er der dpa. Den Recherchen zufolge soll der Gesellschaft vorgeworfen werden, Beihilfe zur illegalen Verbreitung urheberrechtlich geschützter Daten geleistet zu haben.

Die GVU sei nicht als Beschuldigte, sondern in der Rolle des Zeugen durchsucht worden, sagte Knopp. Die Daten würden für einen Abgleich mit anderen sichergestellten Daten benötigt. Die Gesellschaft arbeitet im Auftrag der Film- und Softwareindustrie und unterstützt selbst die Strafverfolgungsbehörden mit eigenen Ermittlungen. Im Zuständigkeitsbereich der GVU war allerdings ein so genannter FTP-Server sichergestellt worden, über den der illegale Tausch von Daten stattgefunden hat.

Daher werde jetzt auch überprüft, ob auf den GVU-Servern nur Material gelaufen ist, für das eine entsprechende Vereinbarung mit den Rechte-Inhabern bestand, sagte Knopp. Falls dies nicht der Fall sein sollte, müsse kontrolliert werden, ob Vorkehrungen gegen illegalen Download getroffen worden waren oder nicht und wer dafür verantwortlich gewesen sein könnte. Erst falls letzterer Fall eintreffen würde, würden Ermittlungen gegen Verantwortliche der GVU aufgenommen werden. Ein entsprechender Verdacht bestehe aber bisher nicht.

Polizeibeamte hatten am Dienstag mehr als 200 Wohn- und Geschäftsräume im ganzen Bundesgebiet durchsucht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Ellwangen waren allein aus Baden-Württemberg 150 Beamte des Landeskriminalamts (LKA) und der Polizeidienststellen an der Razzia beteiligt. Festnahmen gab es nicht; den Verdächtigen drohe bei einer Verurteilung allerdings bis zu drei Jahren Haft oder eine Geldstrafe, hieß es.

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