Datenflut bändigen
„Speichern ist Service“

Die Speicherung von Daten Zuhause ist ein Thema, mit dem sich Hu Yoshida zunehmend konfrontiert sieht. Handelsblatt.com hatte Gelegenheit, mit dem Chief Technology Officer von Hitachi Data Systems (HDS) am Firmensitz in Santa Clara im Silicon Valley zu sprechen. Seine These: Datenspeichern der Zukunft ist eine Dienstleistung.

SANTA CLARA. Ein Terabyte Zuhause? Die Frage ist dem Cheftechniker von HDS nicht fremd. Der Trend ist klar: Die wachsende Anzahl von privat gespeicherten Daten verlangt nach viel Speicherplatz. Dabei geht es derzeit, an der Kapazität gemessen, in erster Linie um Fotos oder Musikdateien. In naher Zukunft – wenn der Vertrieb von Filmen über die Breitbandnetze richtig anläuft – geht es auch um große Filmdateien. Prognosen besagen, dass in fünf Jahren eine Speicherkapazität von 25 Terabyte Zuhause mehr oder minder normal sei.

Doch Hu Yoshida – der Vorname des aus Japan stammenden Kaliforniers steht für Hubert – widerspricht diesem Gedanken, freundlich, aber bestimmt. Nach seiner Ansicht macht es keinen Sinn, sich mit der nötigen Technik zu befassen, wenn es doch „Speichern als Service“ geben kann.Voraussetzung für den Erfolg dieser Idee seien allerdings entsprechende vertrauenswürdige Techniken und Dienste, die es aber bereits heute in zunehmenden Maße gebe. Auch Breitband-Verbindungen zum Übertragen der Daten vom heimischen PC ins externe Rechenzentrum seien fast flächendeckend verfügbar.

Der Alternative des privaten Speicherns in großem Stil, wie sie gerne von manchen Marktforschern apostrophiert wird, erteilt Yoshida eine deutliche Absage. Der Grund: Bei großen Speicherkapazitäten Zuhause oder im kleinen Büro müsste man sich auch mit der gesamten Technik des Speicherns auf hohem Niveau beschäftigen.

Nach Yoshidas Erfahrungen erneuert sich die Technik des Speicherns in einem Zyklus von etwa drei bis vier Jahren. Dabei gehe es nicht nur um die wachsende Dichte und Kapazität der Speichermedien, sondern auch um das dazugehörige Controlling. Denn, so sagt Yoshida, was nütze einem das physikalische Speichern, wenn die Inhalte anschließend nicht sicher und schnell abrufbar seien. Yoshida weiß, wovon er spricht, arbeitete er doch lange Jahre bei IBM im benachbarten Almaden Center in Santa Teresa, der Wiege der Speichertechnik.

Die These vom „Speichern als Service“ spricht nach Ansicht Yoshidas nicht gegen den Trend zu immer größeren Festplatten in Multimedia-PCs und auch nicht gegen die wachsende Anzahl von externen Speichertypen. Doch eine Tendenz zu regelrechten Speicherzentren zuhause oder im kleinen Büro sieht Yoshida nicht.

Diese Meinung unterstreichen auch die jüngsten Beobachtungen in der Internet-Landschaft. So bietet unter anderem Amazon 500 MB Mietspeicher an. GMX bietet 1000 MB und das kostenlos. Und auch bei Microsofts Online-Dienst MSN können Nutzer ihre Daten für lau hinterlagen. Die Liste ließe sich beliebig lang fortsetzen. Hu Yoshida scheint mit seiner These vom „Speichern als Service“ Recht zu haben.

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