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Datenklau-Skandal bei Lexisnexis weitet sich aus

Der Datenklau bei dem US-Online-Informationsdienst Lexisnexis ist fast zehn mal schlimmer als ursprünglich angenommen. Lexisnexis werde zusätzlich zu den ursprünglich 30 000 Benachrichtigten weitere 280 000 betroffene Personen informieren.

dpa DAYTON. Der Datenklau bei dem US-Online-Informationsdienst Lexisnexis ist fast zehn mal schlimmer als ursprünglich angenommen. Lexisnexis werde zusätzlich zu den ursprünglich 30 000 Benachrichtigten weitere 280 000 betroffene Personen informieren.

Das teilte die zum britischen Großverlag Reed Elsevier Plc gehörende US-Firma mit. Erst kürzlich hatte die US-Firma Choicepoint Inc. die ebenfalls auf die Sammlung und Weitergabe von Informationen über Mill. amerikanischer Verbraucher spezialisiert ist, eingestanden, dass sich Kriminelle persönliche Informationen von 145 000 Amerikanern beschafft haben.

Lexisnexis kooperiert nach eigenen Angaben mit den US-Justizbehörden. Nicht autorisierte Personen hätten sich bislang in 59 bekannten Zwischenfällen persönliche Informationen der in den USA Betroffenen wie Sozialversicherungsnummern und Führerscheinnummern beschafft. Der Datenklau war bei dem von Lexisnexis kürzlich gekauften Dateninformationsmakler Seisint erfolgt. Lexisnexis will den Betroffenen Hilfestellung im Hinblick auf möglichen Betrug im Zusammenhang mit dem Identitätsdiebstahl geben.

Die Bank of America vermisst Computer-Datenbänder, die Kreditkarten- und -kontendaten von mehr als einer Million US-Regierungsbediensteten enthielten. Die Bänder waren während einer Lieferung an ein Datensicherungszentrum verloren gegangen.

Die nachlässige Datensicherung in den USA ist inzwischen zum Politikum geworden. Zur Zeit laufen im Justizausschuss des Senats Anhörungen zum Thema Schutz persönlicher Daten. Der demokratische Senator Charles E. Schumer will nach einem Bericht der Onlineausgabe der „New York Times“ vom Mittwoch einen Gesetzesentwurf im Kongress einbringen. Er würde den Verkauf von Sozialversicherungsnummern verbieten und Firmen wie Choicepoint und Seisint stärker überwachen. Es seien bereits mehrere Gesetzesentwürfe zum besseren Schutz der Verbraucher und zur Regulierung der Datenmakler eingebracht worden. Die Datenmakler-Branche bringt es nach Angaben der Zeitung auf jährliche Umsätze von fünf Mrd. Dollar (3,9 Mrd Euro).

Identitätsdiebstahl ist ein enormes Problem in den USA. Tausende von Amerikanern sind jährlich die Opfer. Die Kriminellen eröffnen mit Hilfe persönlicher Daten der Betroffenen Konten, beschaffen sich Kreditkarten und machen in großem Stil Schulden. Es dauert häufig Monate oder gar Jahre, bis die vom Datenmissbrauch betroffenen Bürger die Banken, Kreditgeber, Geschäfte und andere Gläubiger davon überzeugen können, dass sie Opfer von Identitätsklau waren und die Schulden oder Käufe nicht selbst gemacht haben.

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