Datensicherheit
Krypto-Handys wehren Lauschangriff ab

Für Spione ist es einfach, Handytelefonate abzuhören oder per PDA verschickte Daten abzufangen. Zwar verschlüsseln die Netzbetreiber die Daten, doch die Signale können auf dem Weg vom Handy zur Netzstation denkbar einfach per PC dechiffriert werden. Eine neue Gerätegeneration mit Verschlüsselungssoftware schützt nun die sensiblen Daten.

BERLIN. Noch einfacher geht's, wenn der Lauscher die Netzstation für GSM-Geräte simuliert, dann kann er direkt mithören. „Alle mobilen Dienste, von der SMS bis zur E-Mail, leiden unter den gleichen Schwachstellen, wie man sie von vernetzten Computern her kennt, nur dass im Mobilfunk kaum etwas für die Sicherheit getan wird“, sagt Udo Helmbrecht, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Besonders gefährdet seien Firmen, die im harten internationalen Wettbewerb stehen, wie etwa Werften, die erst langsam das Thema Sicherheit bei der mobilen Kommunikation entdecken, sagt Henning Krieghoff, Geschäftsführer der Firma Rohde & Schwarz SIT. Das Münchener Unternehmen entwickelt vom Wissenschaftsstandort Berlin-Adlershof aus Kryptographiegeräte für Analog-, ISDN-, GSM-Mobilfunk sowie diverse andere Funk- und Fest-Verbindungen.

Rohde & Schwarz zählt zu den Pionieren unter den Anbietern von abhörsicheren Handys. Mit dem so genannten „TopSec GSM“-Telefon werden die beiden zentralen Probleme im Mobilfunk gelöst. „Zum einen muss sich das Netz nicht gegenüber dem Handy identifizieren, was Abhörattacken verhindert, und zum anderen ist die Verschlüsselung leistungsfähiger als die kommerzieller Netze, denn diese sind vorrangig funktional und nicht sehr sicher gestaltet worden“, erklärt Krieghoff.

Ein so genanntes Krypto-Modul sorgt dafür, dass das Handy eine Datenverbindung zur Gegenstelle aufbaut und mit dieser bei jedem Anruf über ein Zufallsverfahren einen neuen Code für die Sprachverschlüsselung erzeugt. Dazu muss die Gegenstelle ebenfalls über einen Krypto-Chip verfügen. Krieghoff: „Die verschlüsselte Verbindung lässt sich auf Knopfdruck herstellen. Alles andere geschieht automatisch.“ Ein Datenruf wird eingeleitet und innerhalb von 15 Sekunden der Schlüsselaustausch durchgeführt. Nach dem Gespräch wird der anfangs erzeugte Schlüssel wieder gelöscht.

Nachdem das erste Krypto-Handy bereits seit einigen Jahren auf dem Markt ist, steht nun die nächste Generation in den Startlöchern: Dabei sorgt ein kugelschreibergroßes Zusatzgerät zum normalen Handy über eine Bluetooth-Schnittstelle für die Verschlüsselung. „Das hat den Vorteil, dass man sich den hohen Integrationsaufwand in verschiedene Handy-Modelle sparen kann“, sagt Krieghoff. Was auch die Marktchancen deutlich verbessern dürfte. Ein Prototyp wird im Frühjahr nächsten Jahres zur Cebit in Hannover vorgestellt. Die Markteinführung soll Ende kommenden Jahres erfolgen. Kostenpunkt: etwa 1 500 Euro.

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