Datenstau im Web
Provider setzen auf neue Internetadressen

Neben dem hohen Verkehrsaufkommen gibt es noch eine weitere Herausforderung, die Internetprovider und Telekomunternehmen im Blick haben müssen: Aufgrund der vielen Geräte die zunehmend mit dem weltweiten Datennetz verbunden werden, könnten die Internetadressen knapp werden.

DÜSSELDORF. „Laut Hochrechnungen werden in etwa zwei Jahren die etwas mehr als vier Milliarden IP-Adressen aus dem derzeitigen Adressraum des ’Internet Protocol Version 4’ allesamt verbraucht sein“, sagt De-Cix-Manager Orlowski im Gespräch mit dem Handelsblatt. Der Internet-Experte appelliert daher an die Netzprovider, rechtzeitig auf das neue, bereits international vereinbarte Adressensystem umzustellen.

Die IP-Adresse ist vergleichbar mit einer Telefonnummer. Jeder Rechner im weltweiten Datennetz bekommt eine solche Nummer zugewiesen. Darüber können Anwender Internetseiten ansteuern oder Informationen an einen bestimmten Computer verschicken.

Die bisherigen sogenannten „IPv4“-Adressen bestehen aus 32 Bit. Mit ihnen lassen sich 2 Hoch 32 verschiedene Nummern bilden – das sind 4294967296 Adressen. Das Internetprotokoll stellt sie in vier Dreierblöcken dar (xyz.xyz.xyz.xyz), wobei die Zahl xyz zwischen 0 und 255 variiert.

Lange Zeit sind die Verantwortlichen für die Vergabe der Internetadressen davon ausgegangen, dass diese Menge noch viele Jahre ausreichen würde. Doch die Lage hat sich verändert: Mittlerweile greifen nicht mehr nur noch Rechner auf das Internet zu, sondern auch immer mehr mobile Geräte. Auch sie bekommen Adressen zugewiesen. Experten befürchten daher, dass die verfügbaren Nummern in wenigen Jahren aufgebraucht sein werden.

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