Datenverkehr: Die Angst vor der Cyber-Spionage

Datenverkehr
Die Angst vor der Cyber-Spionage

Der gesamte Informationsaustausch über Rechenzentren soll sich in den kommenden fünf Jahren verdreifachen. Mit neuen Lösungen wollen Dienstleister für Sicherheit im rasant wachsenden globalen Datenverkehr sorgen.
  • 0

KölnMehr Schutz für persönliche Daten, wenn sie zwischen Ländern ausgetauscht werden - dieses Ziel verfolgt IBM mit der Anwendung „Data Privacy Engine“. Vergangene Woche hat der US-amerikanische IT-Konzern mitgeteilt, dass er ein Patent für die Lösung angemeldet hat. Sie soll für Sicherheit sorgen, wenn sich Informationen grenzüberschreitend zwischen Private Clouds - das sind beispielsweise firmeneigene IT-Strukturen - bewegen. Die Situation sei hier „zunehmend komplex“, erläuterte Christina Peters, Chief Privacy Officer bei IBM. Automatisch sollen künftig regulatorische Vorgaben einzelner Länder sowie Compliance-Regeln von Unternehmen berücksichtigt werden.

Der Bedarf wächst. Laut des im November veröffentlichten „Global Cloud Index“ des Netzwerkausrüsters Cisco werden in fünf Jahren drei Viertel des globalen Datenverkehrs, der über Rechenzentren läuft, über die Datenwolke abgewickelt. Der gesamte Informationsaustausch über Rechenzentren soll sich in diesem Zeitraum verdreifachen. Führend sind aktuell Nordamerika und Westeuropa, die zusammen 82 Prozent des weltweiten Cloud-Datenverkehrs verursachen. Datenschutzkritische Anwendungen würden vor allem in der Private Cloud betrieben, heißt es in der Cisco-Studie.

Die Bedeutung von Sicherheit wird angesichts des raschen Wachstums des Datenverkehrs weiter steigen. Sind Informationen gut geschützt? Zahlreiche Umfragen zeigen, dass dies schon jetzt die vorherrschende Sorge in vielen deutschen Unternehmen ist, wenn es um den Einsatz von Cloud-Computing geht. Nach Ansicht von Experten ist generell noch einiges zu tun: „Die aktuelle IT-Sicherheitssituation ist für eine moderne Informations- und Wissensgesellschaft wie Deutschland nicht angemessen“, sagte Thomas Lapp, Vorsitzender der Nationalen Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit (NIFIS), vor wenigen Tagen bei der Vorstellung der IT-Sicherheitstrends für das kommende Jahr.

Nachhaltige Skepsis hat bei deutschen Unternehmen laut einer NIFIS-Umfrage vor allem das Bekanntwerden der umfangreichen Zugriffsmöglichkeiten fremder Geheimdienste verursacht. Vor allem Mittelständler zeigen sich Studien zufolge beim Einsatz von Cloud-Technik oft zurückhaltend.

Zwar sei die Basis für Sicherheit mit den strengen deutschen Datenschutzgesetzen gelegt, urteilen die NIFIS-Fachleute. Dennoch müsse noch viel passieren, um die Möglichkeiten zur Cyberspionage von allen Seiten zu reduzieren. Große Hoffnung ruht auf dem geplanten IT-Sicherheitsgesetz, das im kommenden Frühjahr in den Bundestag eingebracht werden soll.

Unternehmen wollen auch selbst investieren. Die 100 IT-Sicherheitsverantwortlichen gaben in der NIFIS-Umfrage an, dass sie 2015 ihre Ausgaben in diesem Bereich um über 50 Prozent steigern wollen. Laut Bundeswirtschaftsministerium wurden 2013 in Deutschland mit IT-sicherheitsrelevanten Produkten und Dienstleistungen 10,8 Milliarden Euro umgesetzt.

Manuel Heckel
Manuel Heckel
Pressebüro JP4

Kommentare zu " Datenverkehr: Die Angst vor der Cyber-Spionage"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%