Dell, HP & Co.
Computerbauer forcieren Dienstleistungs-Geschäft

Den PC-Produzenten fällt es immer schwerer, sich voneinander abzusetzen. Die meisten Hersteller verwenden für ihre Rechner Standard-Bauteile, die allen Anbietern zur Verfügung stehen. Entsprechend ähnlich sind sich die jeweiligen Geräte. Um ihren Kunden dennoch Mehrwert bieten zu können, bauen die Computerproduzenten jetzt das Dienstleistungsgeschäft aus.

MÜNCHEN. "Wir investieren kräftig in diesen Bereich und stellen Leute ein", sagt Alain Bandle, Deutschland-Chef von Dell. Für den größten PC-Hersteller der Welt sei das Service-Geschäft eine große Chance, zusätzlichen Umsatz zu erzielen. Denn bislang hat sich der US-Konzern darauf konzentriert, Rechner zu produzieren und zu verkaufen.

Diese Zeiten sind jedoch vorbei. "Es reicht nicht mehr, einfach Geräte anzubieten. Unternehmen wollen ein Gesamtkonzept von uns", sagt Stephan Wippermann vom amerikanischen Computerbauer Hewlett-Packard (HP). Joseph Reger, Technikvorstand des Konkurrenten Fujitsu Siemens Computers (FSC) ergänzt: "Wir verkaufen nicht nur die Geräte, sondern auch Wartung und Instandhaltung." Neben höheren Umsätzen gewinne FSC so wertvolle Hinweise, wie die Rechner weiter entwickelt werden müssten. Reger: "Dadurch können wir uns von den Wettbewerbern differenzieren."

Immer öfter bestellen Unternehmenskunden gar keine Computer und Drucker mehr. Stattdessen ordern sie Druckerkapazitäten oder Rechenleistung. Die PC-Hersteller müssen dann dafür sorgen, dass die nötigen Ressourcen verfügbar sind.

FSC hat jüngst von der Konzernmutter Siemens das bislang defizitäre Geschäft mit der Computerwartung übernommen. Zuletzt erzielte die Sparte mit 5000 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,2 Mrd. Euro - schrieb aber rote Zahlen. Jetzt will FSC das Geschäftsfeld so schnell wie möglich profitabel machen.

Dass sich die PC-Bauer nach neuen Einnahmequellen umschauen, hat noch einen weiteren Grund. Viele Kunden haben ihre Abschreibungszeiten für die Computer verlängert. Deshalb fällt es den Anbietern zunehmend schwer, neue Rechner zu verkaufen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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