Dell und Fujitsu-Siemens bieten Spezialrechner an
PC-Hersteller werben um Spieler-Gemeinde

Dell und Fujitsu-Siemens Computers (FSC) eröffnen das Rennen um die Gunst der PC-Spieler. Mit speziell für diese Zielgruppe entwickelten Rechnern drängen die beiden Computerkonzerne in einen für sie neuen Markt.

MÜNCHEN. Denn bislang haben die „Gamer“ ihre Computer meist selbst zusammengebaut, Angebote der großen Hersteller gab es kaum. Doch die Produzenten haben erkannt, dass sich mit hoch gezüchteten Maschinen für die Spieler-Gemeinde das eigene Image hervorragend aufpolieren lässt: „Wir investieren immer stärker in diesen Bereich“, betont Sascha Hancke, Leiter des Privatkundengeschäfts von FSC in Deutschland. „Als Technologie- und Imageträger sind die PC-Spieler für uns sehr wichtig,“ ergänzt der Manager des größten europäischen Computerbauers. Das sieht Markus Schütz von Weltmarktführer Dell ähnlich. „Dell ist eigentlich sehr zurückhaltend in Nischenmärkten. Aber hier können wir beweisen, dass wir stark sind bei sehr hochwertigen Angeboten.“

Das Kalkül der Computerkonzerne: Die anspruchsvollen PC-Spieler sind, was Computer angeht, Meinungsführer in ihrem privaten und beruflichen Umfeld. Sie sind es, die bei Kaufentscheidungen ausschlaggebend sein können. Sind sie mit ihrem Spiele-PC zufrieden, so geben sie das weiter. Darüber hinaus seien die Geräte für die Spieler auch von der Marge her interessant, unterstreicht Dell-Manager Schütz: „Diese Leute kaufen sehr hochwertige Maschinen und ersetzen diese oft durch neue Computer.“

Umstritten ist allerdings, wie groß der Markt in Deutschland ist. Fujitsu-Siemens schätzt, dass zehn bis 15 Prozent aller PCs hier zu Lande speziell für Spiele ausgerüstet werden. Demnach könnten die Hersteller rund 400 000 Spezialgeräte pro Jahr verkaufen. Dell rechnet aber mit deutlich kleineren Stückzahlen.

Nicht nur die Computerbauer haben die Bedeutung der Spieler erkannt. Auch die führenden Prozessorenhersteller Intel und AMD liefern sich einen heißen Kampf. Millionen fließen dabei für die Unterstützung öffentlichkeitswirksamer Wettbewerbe der Spiele-Gemeinde. Am Ende freilich entscheidet der Erfolg bei den Käufern, und die großen Rechnerhersteller haben sich eindeutig positioniert: Dell baut nur Intel-Prozessoren ein, Fujitsu-Siemens dagegen bevorzugt AMD.

Von den großen Computerherstellern engagieren sich bisher nur Dell und Fujitsu-Siemens stark im Gaming-Bereich. Der Wettstreit um die Gunst der Spieler verschärft die Konkurrenz zwischen den beiden Rivalen weiter. FSC ist der einzige große europäische Hersteller, der dem rasant wachsenden US-Konzern noch das Wasser reichen kann. Der Rest der Konkurrenten kommt aus den USA und Asien.

Während FSC nur über Händler verkauft, vertreibt Dell seine Computer grundsätzlich direkt. Auch auf dem Spielemarkt gehen beide Unternehmen unterschiedliche Wege. Dell bietet PCs an, die mehr als 1 800 Euro kosten und damit deutlich teurer sind als handelsübliche Maschinen. Das Gaming-Notebook kostet sogar weit über 2 000 Euro. Dafür bekommen die Käufer Geräte, die schon alleine vom Gehäuse her außergewöhnlich aussehen. Zudem unterhält Dell eine eigene Hotline, in der sich Spieler um die anspruchsvolle Klientel kümmern.

Fujitsu-Siemens dagegen bietet seinen Spiele-PC „Machine from hell“ beim Elektronik-Händler Red Zac derzeit schon für 1 199 Euro an. Neben der geringeren Ausstattung müssen die Kunden hier auch auf ein spezielles Gehäuse-Design verzichten.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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