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Der Armband-PC kommt - Südkoreas Weg in die vernetzte Welt

Südkoreas Bürger werden künftig einen Armband-PC tragen. Das erwarten die Macher der Leistungsschau „Ubiquitous Dream“ (etwa der allgegenwärtige Traum) in der das südkoreanische Ministerium für Information und Telekommunikation seine Visionen von der Informationsgesellschaft der Zukunft vorstellt.

dpa SEOUL. Südkoreas Bürger werden künftig einen Armband-PC tragen. Das erwarten die Macher der Leistungsschau „Ubiquitous Dream“ (etwa der allgegenwärtige Traum) in der das südkoreanische Ministerium für Information und Telekommunikation seine Visionen von der Informationsgesellschaft der Zukunft vorstellt.

Südkorea ist dem Schweizer Institut for Management Development (IMD) zufolge Weltspitze, wenn es um Breitband-Zugang zum Internet geht. Bei der IT-Infrastruktur und den Breitband-Kosten belegte das Land Platz zwei. Was in Seoul zu sehen ist, spielt auch für die weitere technologische Entwicklung hier zu Lande eine Rolle.

Der Mini-PC am Handgelenk soll unter anderem als Hausschlüssel, Fahrkarte und Zahlungsinstrument dienen. Besucher können schon einmal ausprobieren, wie sich das anfühlt. Noch gibt es zwar noch nicht einmal einen Prototyp, aber die Tür zum vernetzten Zuhause kann auch mit den am Empfang der Ausstellung verteilten Chip-Armbändern geöffnet werden. „Beim Schinken ist das Haltbarkeitsdatum abgelaufen“, meldet der Kühlschrank und schlägt auf Wunsch Kochrezepte vor. Der Kleiderschrank zeigt im Spiegel an, wie man seinen Inhalt vorteilhaft miteinander kombinieren könnte.

Die Schaltzentrale des vernetzten Hauses ist der Wohnzimmer- Fernseher. Wie alle anderen intelligenten Einrichtungsgegenstände reagiert er auf Spracheingabe. Auf Zuruf zeigt er die von Anrufern hinterlegten Videobotschaften, die aufgezeichnete Folge der Lieblings-Fernsehserie oder elektronische Zeitungen aus dem Internet. Auch die Haustechnik lässt sich von hier aus steuern - vorausgesetzt, man kann sich dem System gegenüber ausweisen.

Beim Verlassen des Hauses beginnt ein Haushaltsroboter aufzuräumen. Er soll schon für eine Million koreanische Won (790 Euro) zu haben sein. Im „Ubiquitous Cafe“ nebenan arbeitet ein anderer Roboter. Er nimmt Bestellungen entgegen und bedient am Tisch. Peinlich werden kann der Umstand, dass sich das Gerät mit Hilfe der im Armband-PC gespeicherten Daten an den letzten Besuch des Gasts erinnert. Anders als ein diskreter Kellner, der gegebenenfalls erkennt, dass die Begleitperson eine andere ist, erinnert einen der Servier-Roboter an das letzte Mal.

Wie der Servier-Roboter bedienen sich zahllose Sensoren an denen im Mini-PC gespeicherten Daten. So wird einem an der Bushaltestelle der Zukunft der schnellste Weg zum Büro oder nach Hause angezeigt. Wer mit dem Armband-PC bezahlt, hinterlässt eine breite Datenspur. Wer über diese Daten verfügt, scheint in Südkorea kein Thema zu sein. „Hier haben die Menschen eine positive Einstellung zu neuen Technologien“, sagt der für die Ausstellung zuständige Chefentwickler An Sam Keun. Datenschützern verursacht die Vision einer Welt, die von tausenden vernetzter Sensoren überwacht wird, eher Albträume.

Der Aufbau des erforderlichen Sensoren-Netzes für eine Gesellschaft, in der das Internet allgegenwärtig ist, verschlingt Mrd.. Zu einer Standardisierung ist es bei der dabei verwendeten Rfid-Technologie (Radio Frequency Identification) bisher nicht gekommen. „Korea will den Standard setzen“, sagt An. „An Bushaltestellen oder in öffentlichen Einrichtungen wird das Sensoren- Netz vom Staat aufgebaut.“

Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung Electronics will eine führende Rolle beim so genannten Ubiquitous Computing einnehmen. Sein Unternehmen forsche aktiv in allen Bereichen, die benötigt werden, um hier Komplettlösungen anzubieten, sagte Vice Chairman und CEO Yun Jong Yong im Mai auf dem Seoul Digital Forum.

Bis 2015 soll die ehrgeizige IT-Entwicklungsplanung von Minister Chin Daeje vollständig umgesetzt sein. Bereits im kommenden Jahr sollen Handys mit Rfid-Lesegeräten bereit stehen - zwar kein Armband- PC, aber mehr als ein erster Schritt in diese Richtung.

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