Der Rechner im Rechner
Virtuelle Computer auf dem Arbeitsplatz

Mehrere Betriebsysteme simultan auf einem Arbeitsplatzrechner, dieser Wunsch vieler Entwickler und Anwender wird langsam Realität. Softwareprimus Microsoft und das kleine Start up Unternehmen VMware aus dem Silicon Valley sind die großen Player in diesem neuen Markt.

hiz DÜSSELDORF. Rechner in einem Rechner zu simulieren hört sich zunächst kompliziert und kryptisch an. Der Sinn und Zweck liegt jedoch auf der Hand. Nicht nur Computerprofis kommen oft genug in die Verlegenheit, eine neue Software testen zu müssen, ohne dabei Gefahr zu laufen, die bestehende PC-Konfiguration zu zerstören. Zudem gilt es das Verhalten von Programmen unter den verschiedenen Windows-Versionen, die alle gewisse Inkompatibilitäten untereinander aufweisen, zu testen.

Nach der Akquise von Connectix durch Microsoft im Februar diesen Jahres spielt der Softwaregigant auch in diesem Markt mit. Während der Virtual PC 2004 Ende des Jahres an erste Großkunden ausgeliefert werden soll, bietet VMware schon heute so genannte virtuelle Maschinen für den PC.

Diese verhalten sich wie echte physikalische Computer. Das gilt sogar für das Ein- und Ausschalten. Nach dem Programmstart wählt man eine Konfiguration, die als virtuelle Maschine laufen soll. Per Mausklick wird der „Rechner“ eingeschaltet und im Fenster erscheint der gewohnte schwarze Bildschirm, den man vom Einschalten eines echten Rechners kennt. Das Bios (Basic Input Output System) sucht seinen Speicher und seine Platte von dem aus die Maschine gebootet wird. Weil hier ein Computer simuliert wird, ist das Betriebssystem, das in dem Fester gestartet wird egal. Würde es auf der physikalischen Maschine laufen, so läuft es auch in der virtuellen Maschine. Mit dem Tool können auf einem Rechner der unter Windows 2000/ XP oder Linux läuft, so genannte Host-Betriebssystem - also beliebige virtuelle Maschinen - betrieben werden, die Windows, Linux, Free BSD-Unix oder sogar das mittlerweile antiquierte DOS als Betriebssystem nutzen. So können zum Beispiel Windows-Programme auf einem Linux-Rechner getestet werden oder auch umgekehrt. Allerdings muss die grafischen Benutzeroberflächen für Linux in den virtuellen Maschinen manuell angepasst werden, was entsprechendes Fachwissen verlangt.

Die Peripheriegeräte und Massenspeicher wie Festplatten, Floppy, CD oder DVD, die an dem physikalischen Rechner angeschlossen sind, können mittels eines Konfigurationseditors, für virtuelle Maschinen freigegeben oder gesperrt werden. Auch hier gilt, dass Standardgeräte und Treiber in der Regel laufen und nur bei speziellen Geräten, bei denen die Treiber nicht sauber programmiert sind, Probleme auftreten. Eine weitere Einschränkung betrifft die Spiele, denn Entwickler kümmern sich hier oft nicht um die Konventionen, die ein Betriebssystem verlangt. Diese Programmierung an den Grenzen des mit der Hardware Machbaren, lässt oft keine virtuellen Maschinen zu.

Den Einsatz für solche virtuellen Computer sehen die Hersteller vor allem bei der technischen Unterstützung in großen Netzwerken, bei denen verschiedene Anwendungsprofile verschiedene Betriebssysteme und Applikationen zur Folge haben. Bei Demonstrations- und Testumgebungen können Softwarepakete auf dem gleichen Rechner unter verschiedenen Bedingungen getestet werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%