„Desktop nur ein Terminal“
Anwendungen wandern ins Internet

Computerprogramme müssen in Zukunft nicht mehr auf dem PC installiert werden, sondern stehen als Web-Anwendung im Browser zur Verfügung. Dies war einer der Trends auf der diesjährigen Computermesse Cebit in Hannover. Web-Anwendungen bestimmen nicht nur die Entwicklung von Software für Unternehmen, sondern verändert auch den digitalen Alltag der Privatanwender.



HB FRANKFURT. "Der Desktop ist nur ein Terminal", sagte der Gründer und Vorstand des Web-Portals Web.de, Matthias Greve, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP. Als Terminal werden Geräte bezeichnet, auf deren Oberfläche Daten eingegeben und Informationen dargestellt werden - die eigentliche Intelligenz liegt aber auf einem entfernten Server.

"Die Netze werden immer schneller, die Bandbreiten steigen, wir sind immer online", sagte Greve. "Da verschwimmen die Grenzen zwischen PC und Internet-Applikationen". Bei Web.de war es zuerst das E-Mail-Programm, das als Web-Anwendung umgesetzt wurde. Jetzt sind ein digitales Foto-Album, eine Adressenverwaltung und ein Auktionsmanager für die Verwaltung von Ebay-Geschäften hinzugekommen. Andere Internet-Anbieter stellen auch schon einfache Büro-Anwendungen wie etwa eine Textverarbeitung online zur Verfügung.

Die Verlegung von Computerprogrammen ins Internet zwingt auch die Hersteller von Software-Paketen für den PC zum Umdenken. Auch Marktführer Microsoft reagiert auf den Trend und entwickelt neben seinem eingeführten Portal MSN eine neue Plattform, live.com, auf der sich die Nutzer nach persönlichen Interessen ihre Informationen zusammenstellen können. "Das Positive ist, dass die Web-Anwendungen mehr Wettbewerb ermöglichen", sagt Greve.

Sein vor mehr als zehn Jahren gegründetes Unternehmen sieht sich bei den deutschen Web-Portalen inzwischen als Nummer zwei hinter T-Online - nachdem im Jahr 2000 noch Platz 14 belegt worden war. Seit Ende vergangenen Jahres gehört web.de zusammen mit anderen Internetfirmen wie 1&1 oder GMX zur United Internet AG. GMX und web.de bieten zwar beide kostenlose E-Mail-Dienste an, werden aber als getrennte Marken mit unterschiedlichen Schwerpunkten geführt. Während sich web.de auf den Ausbau des Portals konzentriert, wird GMX als DSL-Marke geführt.

Zur Cebit hat web.de eine "lokale Suche" gestartet: Hier kann man über fünf Mill. Adressen von Geschäften, Handwerkern oder Restaurants nach ihrem Standort durchsuchen und so herausfinden, wo sich der nächste Fliesenleger befindet. Dabei wird neben einem interaktiven Stadtplan auch angezeigt, in welcher Entfernung sich die verschiedenen Angebote vom eigenen Standort befinden.

Greve erwartet, dass es den Menschen künftig gleichgültig sein wird, ob sie vom PC, ihrem Handy oder von einem online-fähigen Fernsehgerät auf Informationen zugreifen oder bestimmte Anwendungen nutzen. Deshalb sollen alle Dienste des Web-Portals auch die Nutzung mit mobilen Geräten unterstützen. "Die Anwender wollen eine einfache Oberfläche für alle Geräte", sagt Greve, "da wollen wir Vorreiter sein."

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