Details zum neuen Ebay-Bewertungssystem
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Mit einem neuen Bewertungssystem will Ebay seine stagnierenden Geschäfte wieder in Schwung bringen. Erst einmal hat das Internet-Auktionshaus aber seine Verkäufer-Gemeinde gegen sich aufgebracht. Ob die jetzt bekannt gegebenen Details zu den geplanten Änderungen die Unzufriedenen beruhigen werden, erscheint fraglich.

BERLIN. „Ebay neu erleben“, heißt das neue Motto des Online-Auktionshauses Ebay. Tatsächlich kommen auf Nutzer in den nächsten Monaten massive Neuerungen zu. Es ändern sich die Preise, das Bewertungssystem und die Präsentation der Angebote auf der Internetseite. Die wohl einschneidendste Neuerung: Ab Juni können Verkäufer beim Online-Auktionshaus Ebay.de keine negativen oder neutralen Bewertungen für ihre Kunden mehr abgeben.

Zugleich sinken die Einstellgebühren, während die Verkaufsprovisionen steigen. Die Konditionen für private und gewerbliche Kunden werden sich künftig unterscheiden. „Wir wollen unsere Nutzer stärker differenzieren“, sagt Stefan Groß-Selbeck, Chef von Ebay Deutschland. Powerseller, die besonders viel über Ebay verkaufen und die für das Unternehmen besonders wichtig sind, sollten erstmals in der Geschichte des Online-Auktionshauses Rabatte in Höhe von bis zu 36 Prozent bekommen - unter anderem abhängig von ihrem Geschäftsvolumen und ihrer Reputation. Das Aktionshaus versprach zudem: Verkäufer, die das neue Bewertungssystem schwächt, sollen in Zukunft auf anderen Wegen besser vor unzuverlässigen Kunden geschützt werden.

Der geplante Umbau des Bewertungssystems bewegt seit fast zwei Wochen die Gemüter der bei Ebay aktiven Anbieter. Ende Januar hatte das Unternehmen in den USA angekündigt: Käufer, die mit Anbietern nicht zufrieden sind und eine negative Bewertung abgeben, sollen vor der Rache der Verkäufer geschützt werden. Damit soll das Bewertungssystem aussagekräftiger und Ebay für Käufer attraktiver werden – indirekt würden davon auch die Verkäufer profitieren, argumentiert Ebay. „Das Bewertungssystem ist ein zentraler Eckpfeiler unseres Erfolges“, betonte Patrick Boos, Ebay-Geschäftsführer für Auktionen für Auktionen zuständiger Geschäftsführer bei Ebay. In den USA, aber auch in Deutschland laufen Verkäufer aber gegen die Pläne Sturm. Einige Anbieter drohen sogar mit Boykott. "

„Wir nehmen die Sorgen der Verkäufer sehr ernst“, betonte Boos. Aus zahlreichen Gesprächen mit Verkäufern habe er aber den Eindruck: „Wer sich aufregt, das sind vor allem Verkäufer, die Probleme haben, die hohen Qualitätsstandards unseres Marktplatzes zu erfüllen.“ Auch Ebay-Deutchland-Chef Groß-Selbeck betonte: „Ich bin überzeugt, dass es die richtige Entscheidung für den Marktplatz ist.“ Der angedrohte Streik bereite ihm daher „keine großen Bauchschmerzen“.

Auch in Deutschland können Verkäufer ab Juni ihre Kunden nur noch positiv oder gar nicht mehr bewerten, gab Ebay Deutschland am Montag auf einer Pressekonferenz in Berlin bekannt. „Ebay hat festgestellt, dass das Vergeben so genannter Rache-Bewertungen, also ungerechtfertiger negativer Bewertungen von Verkäufern auf eine vom Käufer abgegebene negative Bewertung, in letzter Zeit zugenommen hat“, heißt es im Ebay-Pressematerial. „Diese Tatsache hält Käufer vermehrt davon ab, die Leistungen eines Verkäufers zutreffend zu bewerten.“

Im Gegenzug sollen unzuverlässige Käufer schneller vom Handel bei Ebay ausgeschlossen werden, versprach das Unternehmen. Neu ist, dass negative und neutrale Bewertungen, die solche Kunden vorher vergeben haben, dann auch rückwirkend gelöscht werden. Kunden, die einige negative Bewertung abgeben wollen, können dies in Zukunft erst einige Tage nach Ablauf der Auktion tun. Ein Großteil des Ärgers sei auf Kommunikationspannen zwischen Käufern und Verkäufern zurückzuführen, so Ebay. Künftig sollen die Anbieter Zeit bekommen, solche Probleme zu losen.

Zudem berechnet Ebay künftig die Bewertungshistorie eines Akteurs, in der die Prozentzahl der positiven Urteile angegeben wird, auf Basis der vorangegangenen zwölf Monate, nicht mehr auf Basis aller jemals getätigten Geschäfte. Käufer und Verkäufer, die regelmäßig miteinander handeln, können sich einmal pro Woche eine Bewertung geben. Bislang ist dies nur bei der allerersten Transaktion möglich.

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