Deutsche erfanden Digitalfernsehen für Handys
Einmal Asien und zurück, bitte

Aus Korea kommt ein alter Bekannter als Neuheit nach Deutschland zurück: DMB, der digitale Standard für mobiles Fernsehen. In Deutschland als Ableger des Digitalradios "DAB" erfunden und irgendwann nach Asien verkauft, soll DMB nun Video per UMTS und dem digitalen Mobilfernsehen DVB-H Konkurrenz machen.

HB DÜSSELDORF. Seit Mai 2005 ist DMB in Korea für jedermann empfangbar. Für eine Einrichtungsgebühr von umgerechnet 15 Euro und zehn Euro monatlich bringen Handys, Taschenfernseher und das Autoradio Fernsehen in Digitalqualität. 2002 hatte sich eine koreanische Delegation das System in Berlin angeschaut, danach ging alles ganz schnell. Von Mai 2005 bis heute hätten weit über 100 000 Kunden einen Abo-Vertrag unterzeichnet, sagt Anthony Park vom koreanischen Elektronikriesen Samsung. Der Konzern wird zusammen mit der Telekom-Tochter T-Systems ab Freitag in Halle 20 auf der Funkausstellung Mobiltelefone mit Fernsehempfang zeigen, wie sie in Korea schon in den Regalen liegen.

"Bis 2010 werden 70 Prozent der Mobiltelefone Fernsehen als normales Ausstattungsdetail haben", sagt Park. Und DMB habe das Zeug, der weltweit führende Standard zu werden - auch, weil der koreanische Staat die Entwicklung mit enormen Zuschüssen vorantreibe.

Dass sie einmal asiatische Schützenhilfe brauchen werden, hätten sich die Techniker von Bosch und Deutscher Telekom nicht träumen lassen, die 1996 erstmals ein Auto mit DMB-TV an Bord durch Bonn fahren ließen. Doch dann ging DMB im Verwaltungs- und Politdickicht der deutschen Medienlandschaft unter. Das Projekt gilt als Investitionsruine - die Einführung von DAB/DMB hat die Landesmedienanstalten laut Bundesrechnungshof rund 500 Mill. Euro gekostet, und trotzdem ist es bis heute nicht deutschlandweit zu empfangen.

Und im Mobil-TV kämpfen zwei neue Standards - DVB-H und UMTS - um die Vorherrschaft im Zukunftsmarkt Mobil-TV. Und der ist zweifelsfrei vorhanden. "Mobiles Video wird von den Kunden akzeptiert", sagte ein Vodafone-Sprecher. Das hätten die Nutzerzahlen bei UMTS-Video gezeigt. Vodafone und Nokia präferieren derzeit die DMB-Konkurrenz DVB-H (in Halle 4.2 zu erleben), die auf dem digitalen Antennenfernsehen DVB-T basiert. Allerdings schaue sich Vodafone "alle Techniken sehr gut an".

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