Deutsche Telekom und ihre Konkurrenten
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Jammern gehört offenbar auch zum Handwerk. Schier unermüdlich schimpfen die privaten Telekommunikationsunternehmen über die hohen Gebühren, die ihnen die Deutsche Telekom in Rechnung stellt, wenn die Konkurrenten Teile des Netzes nutzen. Das Gejaule sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der Markt seit der Liberalisierung 1998 stark für den Wettbewerb geöffnet hat. In keiner anderen Branche sind die Preise nach der Deregulierung so gesunken wie in der Telekommunikation.

HB DÜSSELDORF. Der Minutenpreis für Ferngespräche brach von 30,7 Cent im Jahr 1998 auf heute durchschnittlich 1,7 Cent ein. Die Regulierungsbehörde, jetzt Bundesnetzagentur, verzeichnet heute mehr als 2 300 Telekommunikationsunternehmen, die den rosafarbenen Ex-Monopolisten gehörig unter Druck setzen. Die Hälfte ihrer kleinen bis mittelgroßen Firmenkunden hat die Deutsche Telekom bereits an preiswertere Wettbewerber verloren. „Im Festnetz hat es dramatische Veränderungen gegeben, die keiner so prognostizieren konnte“, freut sich Chef-Regulierer Matthias Kurth.

Auch der Ex-Monopolist Deutsche Telekom hat in dieser Zeit Fortschritte erzielt. Der politische Einfluss auf das ehemalige Staatsunternehmen hat sich deutlich reduziert: Der Bund und die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau besitzen heute nur noch 38 Prozent der Telekom-Aktien (siehe: „Privatisierung entlastet den Bundeshaushalt“). Der einstige Staatsriese hat sich verschlankt und pro Jahr 10 000 Stellen abgebaut. Knapp die Hälfte des Umsatzes erzielt die Telekom heute im Ausland.

Trotz all dieser richtigen Schritte hat Regulierer Kurth sein großes Ziel, einen völlig unregulierten Wettbewerb zu kreieren, noch lange nicht erreicht. Er muss die Deutsche Telekom auch weiter zwingen, den neuen Wettbewerbern Teile ihres Netzes zu einem halbwegs fairen Preis zu öffnen.

Und auch die Telekom steht selbst noch vor weiteren großen Veränderungen. Ihre Strukturen sind nach wie vor behäbig, die Produktivität ist oft niedrig und der Kundenservice vielfach in einem beklagenswerten Zustand.

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