DHL weitet das Netz der Packstationen aus
Kunden können ihre Pakete rund um die Uhr abholen

Wenn der Paketbote zum zweiten Mal vergeblich klingelt, weil keiner zu Hause ist, beginnt in der Regel die eigene Laufarbeit. Vor allem für Berufstätige sind die Zustellzeiten der Paketdienste und die Öffnungszeiten der Postfilialen ungünstig. Dort müssen die Pakete letztendlich aber selbst abgeholt werden. Dabei gibt es Alternativen. In Packstationen und so genannten Pick-Points können Pakete oft sogar rund um die Uhr abgeholt werden.

DÜSSELDORF. Die zum Versandhandelskonzern Otto gehörende Hermes Logistik und die PickPoint AG, ein Unternehmen der börsennotierten D.Logistics-Gruppe, bedienen sich eines Netzes von Tankstellen und Geschäften mit außergewöhnlichen Öffnungszeiten. DHL, die Logistiktochter der Deutschen Post, setzt dagegen auf Paketautomaten.

Die Packstationen von DHL stehen an öffentlichen Plätzen wie Bahnhöfen, Universitäten oder vor Supermärkten. Dort können registrierte Kunden kostenlos Pakete - aber nur von DHL - anliefern lassen und rund um die Uhr am Automaten mit Kundenkarte und Pin-Nummer ziehen oder versenden. Die Benachrichtigung über den Eingang einer Sendung erfolgt per SMS oder E-Mail.

Das Packstationen-Netz ist mit 420 Automaten bislang allerdings auf 15 Städte begrenzt. Dort gibt es allerdings laut DHL schon 200 000 registrierte Kunden. Wegen der guten Nachfrage werde DHL das Angebot stark erweitern, sagte ein Post-Sprecher. Ende 2005 sollen weitere 25 Städte angeschlossen sein, bis 2007 insgesamt 75. Dann könnten über die Selbstbedienungsautomaten rund 23 Millionen potenzielle Kunden bedient werden. Der Bedarf an Packstationen würde auf mehrere Tausend steigen. Ein einzelner Automat kostet so viel wie ein Kleinwagen.

Mit der steigenden Nachfrage nimmt nun auch die Zahl der Anbieter zu. Die Schließfachsysteme wurden bislang vom österreichischen Hersteller Keba geliefert, jetzt versucht auch Siemens ins Geschäft zu kommen. Ein Pilot-Projekt mit zehn solcher Parcel-Depots startet im Herbst in Leipzig, sagte der Post-Sprecher. Das Siemens-Gerät soll sich durch eine einfache Benutzerführung, eine kleinere Stellfläche und eine in der Größe variable Lagerfläche auszeichnen. Außerdem sorgt Siemens für die Kundenbetreuung in einem Kontakt-Center.

Ein geplanter Pilotversuch mit dem DHL-Konkurrenten Hermes war indessen im vergangenen Jahr nicht zu Stande gekommen, wie ein Hermes-Sprecher bestätigte. Siemens sollte jeweils zehn Automaten in Berlin, Hamburg und München aufstellen. "Wir schaffen die gleiche Leistung auch mit unseren Paketshops", sagte der Hermes-Sprecher. Doch dürften den Mittelständler wohl auch die hohen Investitionen in den Aufbau eines Automaten-Netzes abgeschreckt haben.

Hermes setzt daher weiter auf Shops. Bei Bestellungen im Versandhandel (und nur dann) kann die Adresse eines der über 10 000 Hermes-Shops an Tankstellen oder Kiosken als alternative Zustelladresse angegeben werden. Damit können Empfänger ihre Sendungen auch außerhalb der herkömmlichen Öffnungszeiten einer Postfiliale abholen. Auch hier gilt, dass nur Sendungen hinterlegt werden können, die von Hermes transportiert wurden. Der Empfang der Sendungen in den Shops ist wie bei DHL kostenlos, aber auf Sendungen von Versandhäusern beschränkt.

Auch der Hofheimer Logistikdienstleister PickPoint hat ein bundesweites Netz von Abholstationen aufgebaut. Die über 2 000 gleichnamigen PickPoints sind zumeist in Tankstellen untergebracht, darunter 650, die laut einer Sprecherin rund um die Uhr geöffnet haben. PickPoints werden auch zur Belieferung von Technikern mit Ersatzteilen und Retouren genutzt. Dabei kommen Schließfachsysteme zum Einsatz, die aber technisch weniger aufwendig sind als die Packstation von DHL. Ähnlich wie bei DHL ist auch bei PickPoint eine Registrierung erforderlich. Der Service ist zwar kostenpflichtig, aber offen für alle Paketdienste.

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