Die Anbieter imTelekomgeschäft geben sich optimistisch
Mit neuem Charme auf Kundenfang

Wenn Roland Folz am 1. Juli seinen neuen Job antritt, ist das eine Personalie mit Signalwirkung: Mit ihm besetzt die Deutsche Telekom in ihrer Festnetzsparte T-Com erstmals das Vorstandsressort Qualität und Prozesse. Der 41-jährige soll das Unternehmen mit aller Konsequenz auf den Kunden ausrichten – insbesondere den Festnetztelefonierer. Die sollen sich freuen über transparentere Rechnungen, eine bessere Callcenter-Betreuung und schneller freigeschaltete neue Anschlüsse.

BONN. Hintergrund der Charmeoffensive sind beunruhigende Zahlen: Der Bonner Konzern hat 40 Millionen Festnetzkunden in Deutschland. Doch immer häufiger nutzen sie die Telefondienste anderer Anbieter. Auch die Telefonie über das Internet bedroht den größten Umsatzbringer des rosa Riesen. Junge Unternehmen wie Skype oder Sipgate setzen auf die Voice-over-IP-Technologie (VoIP), und Internetprovider wie Freenet werden so ebenfalls zu neuen Wettbewerbern im Telefongeschäft.

Die neuen Anbieter sorgen dafür, dass die Gesprächskosten weiter sinken – und sich der europäische Telekommunikationsmarkt in den kommenden Jahren gravierend verändert. „Das Konzept, Festnetzanschlüsse für Sprachtelefonie bereit zu stellen, verliert an Bedeutung“, erklären die Marktforscher von IDC. Martin Sonnenschein, Vice President der Unternehmensberatung A.T. Kearney, geht noch weiter: „Es wird bald für das Festnetz in Deutschland keine Minutenpreise mehr geben“, sagt er. Er glaubt statt dessen an das Modell einheitlicher Monatsgebühren – nach dem Vorbild von Flatrate-Angeboten bei den Internetprovidern.

In so einem Markt haben nur diejenigen eine Chance, die Gespräche bei niedrigen eigenen Kosten vermitteln können. Aus diesem Grund stellen so gut wie alle TK-Unternehmen ihre interne Vermittlungsinfrastruktur auf die kostengünstige VoIP-Technologie um – unabhängig davon, ob sie ihren Kunden Internettelefondienste anbieten. 80 Prozent der europäischen Festnetzanbieter gehen laut A.T. Kearney davon aus, dass sie ihre Investitionspläne für eine vollständige Umstellung des Netzwerks auf IP-Technologie innerhalb des nächsten Jahrzehnts komplett umsetzen werden.

Neben sehr kostenarmen Prozessen ist aber auch ein Mehr an Dienstleistungen für Sonnenschein eine gute Strategie, um Kunden zu binden. „Gerade im Festnetz gibt es gute Chancen, durch überzeugende Service-Angebote Kunden zu gewinnen und zu binden“, sagt er. Die für unterschiedliche Zielgruppen maßgeschneiderten Tarifpakete der Telekom seien bereits heute gute Antworten auf die Herausforderungen durch die Billiganbieter.

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